Die Erwerbslosenquote des Bundesamts für Statistik und die Arbeitslosenquote des Staatssekretariats für Wirtschaft werden oft synonym verwendet. Sie erheben jedoch nicht exakt dasselbe, weshalb es zu Missverständnissen und teils unzulässigen Schlussfolgerungen kommt. Konzeptionell ist die Erwerbslosen- der Arbeitslosenquote überlegen. Letztere ist dagegen in kürzeren Zeitabständen und kleinräumiger verfügbar.
| Simon Wey
Das Staatssekretariat für Wirtschaft erhebt monatlich die Arbeitslosenquote auf Basis aller bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) registrierten Stellensuchenden. Das Bundesamt für Statistik hingegen stützt sich bei seiner quartalsweise veröffentlichten Erwerbslosenquote auf die Definition der Internationalen Arbeitsorganisation und ermittelt die Zahl der Erwerbslosen mittels telefonischer Interviews.
Beide Herangehensweisen haben ihre Vor- und Nachteile. So ist die Arbeitslosenquote häufiger und auf kantonaler Ebene verfügbar, ist aber insofern ungenau, als sich nicht alle Stellensuchenden bei einem RAV registrieren. Die Erwerbslosenquote wiederum kann verzerrt sein, wenn erwerbslose Personen telefonisch besser erreichbar sind als erwerbstätige. Dafür eignet sie sich sowohl für quantitative als auch für qualitative Aussagen im nationalen und internationalen Kontext. Weil sie sich mit ihren unterschiedlichen Qualitäten gegenseitig ergänzen, sind indes beide Quoten unerlässlich.
Der «Fokus» mit dem Titel «Erwerbslosigkeit gleich Arbeitslosigkeit? Eine Würdigung» markiert den Startpunkt einer neuen Publikationsreihe des Schweizerischen Arbeitgeberverbands. Damit leistet er einen Beitrag zu einem besseren Verständnis des Arbeitsmarkts. Er nimmt aktuelle Fragen in den «Fokus», präsentiert Zahlen sowie Fakten und ordnet diese kurz und prägnant ein.
Die durch das Bundesamt für Statistik veröffentlichten Daten zeigen, dass sich die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern auch 2024 weiter verringert haben. Dieser langfristige Trend deutet darauf hin, dass sich die Profile von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt zunehmend angleichen. Für den Schweizerischen Arbeitgeberverband bleibt entscheidend, dass die Debatte auf einer sachlichen Interpretation der Daten basiert.
Der Bundesrat sieht keinen Bedarf für ein allgemeines Obligatorium in der Krankentaggeldversicherung. Wie ein kürzlich veröffentlichter Bericht zeigt, verfügt bereits ein grosser Teil der Unternehmen über eine Krankentaggeldversicherung. Fälle, in denen ein Betrieb keine Versicherungsdeckung erhält, sind selten. Der Schweizerische Arbeitgeberverband begrüsst die Haltung des Bundesrats. Wichtig ist allerdings, dass Unternehmen, die eine Krankentaggeldversicherung abschliessen möchten, ein entsprechendes Angebot erhalten.
Als Sommerserie publiziert der Schweizerische Arbeitgeberverband einzelne Beiträge des kürzlich publizierten Jahresberichts in leicht gekürzter oder aktualisierter Form. Die Schweizer Sozialpartnerschaft setzt auf praxistaugliche Lösungen statt staatlicher Überregulierung. Ihre Stärke liegt in der Nähe zum…
Das Sekretariat der Wettbewerbskommission hat heute die Vernehmlassung zu seinem Merkblatt über Wettbewerbsabreden auf Arbeitsmärkten eröffnet. Der Schweizerische Arbeitgeberverband wird den vorliegenden Entwurf prüfen und sich im Rahmen der Vernehmlassung einbringen.