Die Arbeitgeber fordern eine echte AHV-Reform – Jetzt!
Der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) nimmt die Annahme der Steuer-AHV-Vorlage zur Kenntnis. Das Resultat ändert nichts daran, dass Bundesrat und Parlament umgehend eine echte AHV-Reform in Angriff nehmen müssen. Die Arbeitgeber präsentieren am Dienstag an einer Medienkonferenz in Zürich ihren Forderungskatalog.
| Barbara Zimmermann-Gerster
Mit der Abstimmung zur Steuer-AHV-Vorlage (STAF) vom 19. Mai 2019 ging wertvolle Zeit verloren, um die Finanzierung unserer AHV mit nachhaltigen Massnahmen und unser Rentenniveau für die nächsten Jahre zu sichern. Der Bundesrat muss die Botschaft zur Reform AHV21 nun umgehend verabschieden, damit das Parlament das Geschäft mit sachlicher und zeitlicher Priorität behandeln kann. Nur so kann die ursprünglich als AHV21 geplante Revision wenigstens noch per 2022 in Kraft treten.
Die Arbeitgeber zeigen am Dienstag, 21. Mai 2019, um 10.15 Uhr vor den Medien auf, wie dringend der Bedarf an einer echten strukturellen AHV-Reform tatsächlich ist.
Ihre Ansprechperson
Barbara Zimmermann-Gerster
Ressortleiterin Sozialpolitik und Sozialversicherungen
Der Schweizerische Arbeitgeberverband begrüsst den eingeschlagenen Weg bei der Reform der Hinterlassenenrenten. Gleichzeitig unterstützt er, dass die Auswirkungen der vom Nationalrat beschlossenen massiven Ausbauvorhaben insbesondere im Behindertengleichstellungsgesetz vertieft untersucht werden. Die neuen Verpflichtungen für Arbeitgeber drohen unverhältnismässige Kosten, Rechtsunsicherheit und Bürokratie zu verursachen, was Inklusion mehr hemmt als fördert. Hier erwarten die Arbeitgeber eine deutliche Korrektur.
Wenn über Arbeitgeberpolitik gesprochen wird, geht es oft um Rahmenbedingungen, Regulierung und Wettbewerbsfähigkeit. Das ist wichtig. Aber ein funktionierender Arbeitsmarkt besteht nicht nur aus guten Rahmenbedingungen. Entscheidend ist, ob Menschen tatsächlich die Chance erhalten, ihre Fähigkeiten einzubringen.
Eine neue Studie des Bundesamts für Sozialversicherungen untersucht, wie die berufliche Wiedereingliederung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in den ersten Arbeitsmarkt verbessert werden kann. Sie zeigt: Arbeitgeber engagieren sich stark, benötigen aber eine konsequentere fachliche Unterstützung durch die IV. Entscheidend sind eine bessere Zusammenarbeit mit den behandelnden Fachpersonen sowie individuelle und betrieblich tragfähige Lösungen.
Der Nationalrat hat zwei Kommissionsinitiativen der SGK-N Folge gegeben, die den Sparbeginn in der beruflichen Vorsorge vorziehen, beziehungsweise die heutigen vier Gutschriftensätze auf zwei reduzieren wollen. Aus Sicht des Arbeitgeberverbands ist das Anliegen dahinter zwar nachvollziehbar, darf aber nicht gesondert angegangen werden, sondern muss in eine umfassende Betrachtung eingebettet werden. Werden Parameter in der beruflichen Vorsorge isoliert verändert, droht das System in Schieflage zu geraten, ohne dass ein klarer Mehrwert entsteht.