Keine staatliche Zertifizierung für familienfreundliche Unternehmen
Der Nationalrat hat sich gegen die Motion «Honorierung von Unternehmen, die eine Familienpolitik unterstützen» ausgesprochen. Das ist richtig, denn ein zusätzliches Label wäre unnötig gewesen.
| Daniella Lützelschwab
Der Nationalrat hat eine «Zertifizierung für familienfreundliche Unternehmen» (mit 103 zu 86 Stimmen) gegen den Antrag seiner federführenden Kommission abgelehnt. Damit folgt er dem Bundesrat, der sich auch gegen ein solches zusätzliches Label gestellt hat.
Der Verzicht auf ein zusätzliches, staatlich gefördertes Arbeitgeber-Label ist richtig: Es existieren bereits eine schwer zu überblickende Vielzahl von privaten, kommerziellen oder auch öffentlich geförderten «Labels» und Auszeichnungen im ganzen Bereich der Personalarbeit. Zudem haben die Unternehmen bereits genügend Anreize, um den Bedürfnissen des Familienlebens entgegenzukommen. Schliesslich wäre die Einführung eines neuen Labels mit erheblichen Kosten verbunden. Aus all diesen Gründen kann es keine Aufgabe der öffentlichen Hand sein, zusätzliche Gütesiegel im privaten Bereich der Personalpolitik der Unternehmen zu schaffen.
Ihre Ansprechperson
Daniella Lützelschwab
Ressortleiterin Arbeitsmarkt und Arbeitsrecht (inkl. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz)
Die durch das Bundesamt für Statistik veröffentlichten Daten zeigen, dass sich die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern auch 2024 weiter verringert haben. Dieser langfristige Trend deutet darauf hin, dass sich die Profile von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt zunehmend angleichen. Für den Schweizerischen Arbeitgeberverband bleibt entscheidend, dass die Debatte auf einer sachlichen Interpretation der Daten basiert.
Der Bundesrat sieht keinen Bedarf für ein allgemeines Obligatorium in der Krankentaggeldversicherung. Wie ein kürzlich veröffentlichter Bericht zeigt, verfügt bereits ein grosser Teil der Unternehmen über eine Krankentaggeldversicherung. Fälle, in denen ein Betrieb keine Versicherungsdeckung erhält, sind selten. Der Schweizerische Arbeitgeberverband begrüsst die Haltung des Bundesrats. Wichtig ist allerdings, dass Unternehmen, die eine Krankentaggeldversicherung abschliessen möchten, ein entsprechendes Angebot erhalten.
Als Sommerserie publiziert der Schweizerische Arbeitgeberverband einzelne Beiträge des kürzlich publizierten Jahresberichts in leicht gekürzter oder aktualisierter Form. Die Schweizer Sozialpartnerschaft setzt auf praxistaugliche Lösungen statt staatlicher Überregulierung. Ihre Stärke liegt in der Nähe zum…
Das Sekretariat der Wettbewerbskommission hat heute die Vernehmlassung zu seinem Merkblatt über Wettbewerbsabreden auf Arbeitsmärkten eröffnet. Der Schweizerische Arbeitgeberverband wird den vorliegenden Entwurf prüfen und sich im Rahmen der Vernehmlassung einbringen.