Mit Blick auf den Jahreswechsel stehen in den Sozialversicherungen einige Änderungen an, so etwa bei den AHV- und den IV-Renten sowie den Grenzbeträgen in der obligatorischen beruflichen Vorsorge.
| Barbara Zimmermann-Gerster
Die AHV- und die IV-Renten werden per 1. Januar 2015 an die Preisentwicklung angepasst. Dadurch steigt die Mindestrente von 1170 auf 1175 Franken und die Maximalrente von 2340 auf 2350 Franken pro Monat. In der Verordnung über die Invalidenversicherung wurden zudem mehrere Punkte angepasst, um die berufliche Integration der Versicherten in den ersten Arbeitsmarkt zu fördern. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der zunehmenden Zahl von Menschen mit psychischen Erkrankungen.
Bei den Ergänzungsleistungen steigt der Betrag für die Deckung des allgemeinen Lebensbedarfs von 19’210 auf 19’290 Franken pro Jahr. Ebenfalls auf Anfang 2015 entfällt die Pflicht für Jugendliche bis 25 Jahre sowie deren Arbeitgeber, AHV-Beiträge für sogenannte «Sackgeldjobs» zu entrichten.
In der obligatorischen beruflichen Vorsorge bleibt der Mindestzinssatz im kommenden Jahr bei 1,75 Prozent. Der Koordinationsabzug erhöht sich von 24’570 auf 24’675 Franken, die Eintrittsschwelle von 21’060 auf 21’150 Franken.
Ihre Ansprechperson
Barbara Zimmermann-Gerster
Ressortleiterin Sozialpolitik und Sozialversicherungen
Der Schweizerische Arbeitgeberverband begrüsst den eingeschlagenen Weg bei der Reform der Hinterlassenenrenten. Gleichzeitig unterstützt er, dass die Auswirkungen der vom Nationalrat beschlossenen massiven Ausbauvorhaben insbesondere im Behindertengleichstellungsgesetz vertieft untersucht werden. Die neuen Verpflichtungen für Arbeitgeber drohen unverhältnismässige Kosten, Rechtsunsicherheit und Bürokratie zu verursachen, was Inklusion mehr hemmt als fördert. Hier erwarten die Arbeitgeber eine deutliche Korrektur.
Wenn über Arbeitgeberpolitik gesprochen wird, geht es oft um Rahmenbedingungen, Regulierung und Wettbewerbsfähigkeit. Das ist wichtig. Aber ein funktionierender Arbeitsmarkt besteht nicht nur aus guten Rahmenbedingungen. Entscheidend ist, ob Menschen tatsächlich die Chance erhalten, ihre Fähigkeiten einzubringen.
Eine neue Studie des Bundesamts für Sozialversicherungen untersucht, wie die berufliche Wiedereingliederung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in den ersten Arbeitsmarkt verbessert werden kann. Sie zeigt: Arbeitgeber engagieren sich stark, benötigen aber eine konsequentere fachliche Unterstützung durch die IV. Entscheidend sind eine bessere Zusammenarbeit mit den behandelnden Fachpersonen sowie individuelle und betrieblich tragfähige Lösungen.
Der Nationalrat hat zwei Kommissionsinitiativen der SGK-N Folge gegeben, die den Sparbeginn in der beruflichen Vorsorge vorziehen, beziehungsweise die heutigen vier Gutschriftensätze auf zwei reduzieren wollen. Aus Sicht des Arbeitgeberverbands ist das Anliegen dahinter zwar nachvollziehbar, darf aber nicht gesondert angegangen werden, sondern muss in eine umfassende Betrachtung eingebettet werden. Werden Parameter in der beruflichen Vorsorge isoliert verändert, droht das System in Schieflage zu geraten, ohne dass ein klarer Mehrwert entsteht.