Qualität der Beschäftigung nimmt auf hohem Niveau weiter zu

7. Februar 2020 News

Die Publikation «Qualität der Beschäftigung in der Schweiz 2008 – 2018» des Bundesamtes für Statistik zeigt, dass sich die Situation der Arbeitnehmer in der Schweiz fast in allen Bereichen des Arbeitsmarktes verbessert hat. Unerfreulich ist die hohe Zahl von Unterbeschäftigten.

Arbeit ist für die meisten Menschen ein zentraler Teil ihres Lebens, denn er stiftet Sinn und Genugtuung. So beeinflusst sie etwa durch das soziale Netzwerk oder das Einkommen die Lebensqualität in starkem Masse. Dazu beurteilt die vom Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlichte Publikation die Qualität der Beschäftigung im Schweizer Arbeitsmarkt und deren Entwicklung in den letzten zehn Jahren. Die Befunde sind für den Schweizerischen Arbeitgeberverband (SAV) erfreulich und zeigen die Stärke des liberalen und offenen Arbeitsmarktes.

Die BFS-Resultate sind fast nur positiv: Die Arbeitnehmer sind zunehmend besser qualifiziert und verdienen höhere Einkommen. Letzteres zeigt sich über alle Einkommensklassen hinweg, überdurchschnittlich stark jedoch bei Arbeitskräften im tiefsten Einkommensbereich. Die wöchentliche tatsächliche Arbeitszeit von Vollzeiterwerbstätigen (100% Beschäftigungsgrad) sank von 2010 bis 2018 – anders als von Gewerkschaftsseite immer wieder proklamiert – um 28 Minuten und 42 Sekunden. Weiter kam es zu einer Abnahme der Berufsunfälle, zu einer Flexibilisierung und zu einem Rückgang der atypischen Arbeitszeiten (abends, nachts und am Wochenende). Besonders erfreulich ist zudem die verbesserte Situation von Frauen im Arbeitsmarkt. Deren Bruttomedianlohn stieg zwischen 2008 und 2016 stärker an als derjenige von Männern. Zugleich ging der Anteil von Frauen im Tieflohnbereich im selben Zeitraum stärker zurück als bei den Männern. Ebenso stieg der Anteil von Frauen in höher qualifizierten Berufen stärker als derjenige von Männern.

Unerfreulich ist die Zunahme der Unterbeschäftigung. Dabei schätzt das BFS das Potenzial von unterbeschäftigten Erwerbstätigen auf gegen 300’000 Vollzeitstellen. Das grösste Potenzial wird bei Frauen und älteren Personen ausgemacht. Der SAV ist sich der Dringlichkeit und Wichtigkeit einer besseren Ausschöpfung des inländischen Arbeitskräftepotenzials bewusst und bringt sich mit zahlreichen Initiativen ein. So erarbeiten und unterstützen die Arbeitgeber etwa Massnahmen zur Verbesserung des Arbeitsmarktzugangs von Müttern und älteren Arbeitnehmern.