Junge Erwachsene sind öfter, aber weniger lange arbeitslos
Im Krisenjahr 2009 waren in der Schweiz durchschnittlich 5,7% der jungen Erwachsenen arbeitslos. Rund drei Viertel von ihnen fanden jedoch innerhalb von sechs Monaten wieder eine neue Arbeitsstelle, wie der Bundesrat in einem Bericht über Jugendarbeitslosigkeit schreibt.
| Roland A. Müller
Junge Erwachsene im Alter zwischen 20 und 24 Jahren sind während Wirtschaftskrisen zwar öfter von Arbeitslosigkeit betroffen als andere Altersgruppen. Sie sind aber weniger lange arbeitslos. 2009 fanden rund drei Viertel innerhalb von sechs Monaten wieder eine neue Arbeitsstelle. Dies geht aus dem Bundesratsbericht «Übergänge in die Arbeitswelt» hervor. Er präsentiert die Massnahmen, die durch den Bund und die Kantone zur beruflichen Integration von jungen Erwachsenen umgesetzt wurden.
Vergleichsweise tiefer Anteil von jungen Langzeitarbeitslosen
Im OECD-Ländervergleich weise die Schweiz einen sehr tiefen Anteil an langzeitarbeitslosen jungen Erwachsenen auf, schreibt der Bundesrat. Die rasche Integration werde durch arbeitsmarktliche Massnahmen stark gefördert. Aus dem breiten Angebot seien vorwiegend Bewerbungs-, Standortbestimmungs- und Sprachkurse sowie Berufspraktika und Programme zur vorübergehenden Beschäftigung eingesetzt worden. Viele Stellensuchende haben dadurch laut Bericht ihre beruflichen Fähigkeiten gezielt erweitert und wurden rasch in den Arbeitsmarkt integriert.
Die Arbeitslosenversicherung gab im Jahr 2009 rund 48 Mio. Fr. für Bildungs- und Beschäftigungsprojekte aus. Im Rahmen der Stabilisierungsmassnahmen bewilligte das Parlament weitere 52 Mio. Fr. für Unterstützungsangebote.
Abstimmung über ALV-Revision am 26. September
Mit dem Bericht erfüllt der Bundesrat ein Postulat der CVP-Fraktion. Veröffentlicht wurde er einen Monat vor der Abstimmung über die Revision der Arbeitslosenversicherung, die Leistungskürzungen für junge Arbeitslose beinhaltet.
Wenn über die Revision des Kriegsmaterialgesetzes (KMG) diskutiert wird, über die wir am 29. November abstimmen, stehen meist Fragen der Sicherheitspolitik im Zentrum. Die Vorlage passt die Regeln für die Ausfuhr und Wiederausfuhr von Kriegsmaterial an die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa an. Dabei wird häufig übersehen, dass die Vorlage auch eine Standort- und Innovationsfrage ist.
Der Ständerat hat bei den Lohnschutzmassnahmen im Rahmen des Vertragspakets Schweiz-EU wichtige Entscheide gefällt. Er folgt dabei in zentralen Punkten dem bundesrätlichen Vorschlag und stärkt die gemeinsam mit den Sozialpartnern erarbeiteten Lösungen beim Lohnschutz.
Pünktlich zum Lohnherbst kehren neben überhöhten Forderungen auch altbekannte Behauptungen zurück: Die Unternehmen behielten die Produktivitätsgewinne auf Kosten der Arbeitnehmenden für sich. Oder: Die Krankenkassenprämien stiegen stärker als die Löhne, weshalb es einen kräftigen Lohnaufschlag brauche. Warum stimmen beide nicht, und wie viel Lohn liegt 2027 drin?
Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats (WAK-S) hat das von den Sozialpartnern zusammen mit dem Bund erarbeitete Paket zum Lohnschutz im Rahmen des Vertragspakets Schweiz–EU aufgeschnürt und Änderungen an mehreren Massnahmen beschlossen. Mit dem Beharren auf einer Kautionspflicht für ausländische Unternehmen nimmt die WAK-S eine Verletzung von EU-Recht in Kauf. Sie schwächt zudem die Unterstützung des Vertragspakets im Inland.