Grosse Unternehmen rekrutieren vermehrt Personal im Ausland
Nach der Einschätzung von über 50 grossen Schweizer Firmen wird 2011 ein gutes Jahr. Ein Grossteil der befragten Unternehmen braucht gemäss ihren Finanzchefs mehr Personal und sucht auch jenseits der Landesgrenzen nach Fachkräften.
| Roland A. Müller
Für 40% der Finanzchefs wichtiger Schweizer stehen Neueinstellungen weit oben auf der Prioritätenliste. Nur 6% der vom Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte Befragten glauben, dass sie dieses Jahr Stellen reduzieren müssen. Die Umfrage zeigt weiter, dass für 19% der Teilnehmer klar ist, dass sie geeignete Mitarbeitende vermehrt im Ausland suchen müssen. 83% wollen zudem moderat die Löhne erhöhen, um geeignetes Personal zu bekommen.
Der Optimismus der Top-Manager gründet auf den Einschätzungen des Konjunkturverlaufs in diesem Jahr. 76% erwarten eine positive Entwicklung der Wirtschaft, 82% rechnen mit steigenden Umsätzen für ihr Unternehmen. Die Frankenstärke und eine von Unsicherheit geprägte Weltwirtschaft hinterlassen in der zum sechsten Mal durchgeführten Befragung allerdings Spuren: Als grösste Herausforderung nennen die Finanzchefs die Währungsrisiken.
Wenn über die Revision des Kriegsmaterialgesetzes (KMG) diskutiert wird, über die wir am 29. November abstimmen, stehen meist Fragen der Sicherheitspolitik im Zentrum. Die Vorlage passt die Regeln für die Ausfuhr und Wiederausfuhr von Kriegsmaterial an die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa an. Dabei wird häufig übersehen, dass die Vorlage auch eine Standort- und Innovationsfrage ist.
Der Ständerat hat bei den Lohnschutzmassnahmen im Rahmen des Vertragspakets Schweiz-EU wichtige Entscheide gefällt. Er folgt dabei in zentralen Punkten dem bundesrätlichen Vorschlag und stärkt die gemeinsam mit den Sozialpartnern erarbeiteten Lösungen beim Lohnschutz.
Pünktlich zum Lohnherbst kehren neben überhöhten Forderungen auch altbekannte Behauptungen zurück: Die Unternehmen behielten die Produktivitätsgewinne auf Kosten der Arbeitnehmenden für sich. Oder: Die Krankenkassenprämien stiegen stärker als die Löhne, weshalb es einen kräftigen Lohnaufschlag brauche. Warum stimmen beide nicht, und wie viel Lohn liegt 2027 drin?
Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats (WAK-S) hat das von den Sozialpartnern zusammen mit dem Bund erarbeitete Paket zum Lohnschutz im Rahmen des Vertragspakets Schweiz–EU aufgeschnürt und Änderungen an mehreren Massnahmen beschlossen. Mit dem Beharren auf einer Kautionspflicht für ausländische Unternehmen nimmt die WAK-S eine Verletzung von EU-Recht in Kauf. Sie schwächt zudem die Unterstützung des Vertragspakets im Inland.