Die Stundenproduktivität der Schweizer Wirtschaft erhöhte sich 2010 um 1,1% und lag damit hinter dem kräftigen Gesamtwachstum. Grund dafür war auch der Kalender, fielen doch drei Feiertage auf Wochenenden.
| Roland A. Müller
Das Arbeitsvolumen wuchs 2010 stärker, als es in der Frühphase einer konjunkturellen Erholung zu erwarten war. Dabei spielten mehr Arbeitstage ebenso mit wie die schnelle Erholung des Arbeitsmarktes und der Abbau der Kurzarbeit. Das schreibt das Institut BAK Basel Economics zu seinem im Auftrag der Nachrichtenagentur SDA berechneten Stundenproduktivitätsindex.
Schweizer Unternehmen hatten in der Rezession 2009 auf Entlassungen zugunsten der Kurzarbeit verzichtet. So konnten sie das Arbeitsvolumen bei steigender Nachfrage schnell ausweiten. Gegenüber 2009 nahm die Kurzarbeit um rund 18 Millionen Stunden ab, was für das Arbeitsvolumen einen zusätzlichen Impuls von 0,3 Prozentpunkten bedeutet. Hinzu kam die klare Zunahme der Beschäftigungszahlen um 0,7%.
Das gesamtwirtschaftliche Wachstum erreichte laut BAK im vergangenen Jahr 2,6%. Dass der Produktivitätsindex nur um die Durchschnittsrate von 1,1% wuchs, liegt an der besonderen Feiertagskonstellation 2010. Drei Feiertage fielen auf Wochenenden. Diese bescherte vielen Arbeitnehmenden mehr Arbeitstage. Das Arbeitsvolumen erhöhte sich dadurch im Vorjahresvergleich, der zusätzliche Effekt auf die Produktion fiel aber erfahrungsgemäss geringer aus. Gemäss BAK läuft das auf eine geringere Produktivität in den zusätzlichen Arbeitsstunden hinaus.
Wenn über die Revision des Kriegsmaterialgesetzes (KMG) diskutiert wird, über die wir am 29. November abstimmen, stehen meist Fragen der Sicherheitspolitik im Zentrum. Die Vorlage passt die Regeln für die Ausfuhr und Wiederausfuhr von Kriegsmaterial an die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa an. Dabei wird häufig übersehen, dass die Vorlage auch eine Standort- und Innovationsfrage ist.
Der Ständerat hat bei den Lohnschutzmassnahmen im Rahmen des Vertragspakets Schweiz-EU wichtige Entscheide gefällt. Er folgt dabei in zentralen Punkten dem bundesrätlichen Vorschlag und stärkt die gemeinsam mit den Sozialpartnern erarbeiteten Lösungen beim Lohnschutz.
Pünktlich zum Lohnherbst kehren neben überhöhten Forderungen auch altbekannte Behauptungen zurück: Die Unternehmen behielten die Produktivitätsgewinne auf Kosten der Arbeitnehmenden für sich. Oder: Die Krankenkassenprämien stiegen stärker als die Löhne, weshalb es einen kräftigen Lohnaufschlag brauche. Warum stimmen beide nicht, und wie viel Lohn liegt 2027 drin?
Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats (WAK-S) hat das von den Sozialpartnern zusammen mit dem Bund erarbeitete Paket zum Lohnschutz im Rahmen des Vertragspakets Schweiz–EU aufgeschnürt und Änderungen an mehreren Massnahmen beschlossen. Mit dem Beharren auf einer Kautionspflicht für ausländische Unternehmen nimmt die WAK-S eine Verletzung von EU-Recht in Kauf. Sie schwächt zudem die Unterstützung des Vertragspakets im Inland.