Mit besserer Koordination der Sozialwerke die Armut angehen

4. Januar 2010 News

Die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (Skos) will die verschiedenen Sozialwerke besser aufeinander abstimmen und so die Armut in der Schweiz in zehn Jahren halbieren. Besonderes Augenmerk soll auf Langzeitarbeitslose gerichtet werden.

Primär sei politischer Wille nötig, um die Zahl der Armen zu halbieren, sagte Skos-Präsident Walter Schmid vor den Medien. Die Armutsbekämpfung müsse einen höheren Stellenwert erhalten. Die Fragen der Kosten und Finanzierung des Plans klammert der Bericht ausdrücklich aus.

«Soziale Sicherungssysteme besser aufeinander abstimmen»
Die verschiedenen sozialen Sicherungssysteme in der Schweiz sollten besser aufeinander abgestimmt werden, sagte Schmid weiter. Insbesondere die Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen bei der Existenzsicherung müsse besser werden, wenn die Armut erfolgreich bekämpft werden solle. «Die heutige Aufteilung auf unterschiedliche staatliche Ebenen verhindert eine Gesamtsicht und verunmöglicht weitgehend eine umfassende Revision des ganzen Systems», schreibt die Skos in ihren Empfehlungen. Und: «Invalidenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Sozialhilfe im Besonderen, zu deren wichtigsten Aufgaben der Integrationsauftrag gehört, geraten durch das Nebeneinander häufig in eine Konkurrenzsituation, was die Effizienz der Integrationsaufgabe erheblich schmälert.»

Nicht überall stiegen die Sozialhilfefälle wegen der Krise an, sagte Rolf Mägli, Vizepräsident der Skos und Leiter der Sozialhilfe Basel-Stadt. Eine Gruppe sei aber besonders stark betroffen: Ältere Langzeitarbeitslose hätten praktisch keine Möglichkeit, zurück in den Arbeitsmarkt zu finden. Deshalb setzen denn auch die über 30 Massnahme-Vorschläge der Skos schwerpunktmässig bei den Langzeitarbeitslosen an. Gezielte Integration und Ergänzungsleistungen sollen ihnen helfen, einen Job zu finden. Da für sie oft keine Arbeit zur Verfügung steht, muss diese laut Skos organisiert werden.

Vorschläge sollen in Diskussion des Bundesrats einfliessen
Innerhalb einer Woche legt nach der Caritas die Skos bereits als zweite Organisation einen Plan vor, um die Armut in der Schweiz zu halbieren. Der Grund dafür: Die Europäische Union erklärte das Jahr 2010 zum Jahr der Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung. Zudem sollen die Skos-Vorschläge in die Diskussion des Bundesrats zu diesem Thema einfliessen, der eine eigene Strategie zur Armutsbekämpfung angekündigt hat.

Die Skos kümmert sich als Fachverband um die Ausgestaltung und Entwicklung der Sozialhilfe in der Schweiz. In der Organisation sind Vertreter von Bund, Kantonen, Gemeinden sowie von privaten Organisationen.