Freier Personenverkehr stärkt Schweizer Arbeitsmarkt

27. Mai 2010 News

Dank dem Wirtschaftswachstum, das Arbeitskräfte aus der EU ermöglicht haben, ist die Schweiz von der Krise weniger hart getroffen worden als viele andere Länder. Zu diesem Schluss kommt ein weiterer Bericht des Observatoriums zur Personenfreizügigkeit, den das Seco zusammen mit den Sozialpartnern – unter anderem dem Schweizerischen Arbeitgeberverband – vorstellte.

«Das Personenfreizügigkeitsabkommen (FZA) hat die Zuwanderung von Arbeitskräften in die Schweiz in den letzten acht Jahren begünstigt und der Schweizer Volkswirtschaft einen aussergewöhnlich starken Aufschwung ermöglicht. Der Anteil an gut qualifizierten Arbeitskräften war bei den neu Zugewanderten überdurchschnittlich hoch, was dem Bedarf der Wirtschaft entsprach.» Dies ist ein Fazit des 6. Berichts des Observatoriums zur Personenfreizügigkeit, den das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) zusammen mit den Sozialpartnern vorgestellt hat.

Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften
In den letzten Jahren seien zwar viele Arbeitskräfte aus dem EU/Efta-Raum zum Arbeiten in die Schweiz gekommen, sagte Serge Gaillard, Leiter der Seco-Direktion für Arbeit. Diese Personen hätten jedoch einheimische Arbeitskräfte kaum verdrängt. Denn es handelte sich vor allem um gut ausgebildete Leute, an welchen in der Schweiz Mangel herrschte. In der Krise hätten zudem sofort weniger Ausländer in der Schweiz eine Stelle angenommen.

Eine positive Bilanz der Personenfreizügigkeit zog Serge Gaillard auch zur Umsetzung der flankierenden Massnahmen. 2009 seien noch einmal mehr Kontrollen gegen Lohndumping durchgeführt worden. Die Quote von Lohnunterbietungen habe selbst in der Krise nicht zugenommen.

Arbeitgeberverband: Personenfreizügigkeit stärkt Standort Schweiz
Der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) sieht sein Engagement für den freien Personenverkehr mit der EU durch die vorliegenden Berichte bestätigt, nachdem sich daraus folgendes Fazit ziehen lässt:

1. Der freie Personenverkehr mit der EU stärkt den schweizerischen Arbeitsmarkt und damit die Attraktivität des Standorts Schweiz. Die strukturellen Verbesserungen des Arbeitsmarkts durch den freien Personenverkehr kommen auch in konjunkturellen Schwäche-Perioden zum Tragen.

2. Der freie Personenverkehr führt weder zu spezifischen Beschäftigungsproblemen in der Rezession noch zu einer allgemeinen Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. Missbräuchliches Lohn- und Sozialdumping kann mit den flankierenden Massnahmen wirksam bekämpft werden.

3. Der freie Personenverkehr führt nicht zu einer zusätzlichen Belastung der sozialen Sicherungssysteme, sondern stärkt deren Finanzierung.