Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz stagniert erstmals seit einem halben Jahr. 142’879 Menschen waren im August ohne Arbeit, die Arbeitslosenquote verharrte bei 3,6%. Gegenüber dem Vorjahresmonat verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 7952 Personen oder 5,3%.
| Roland A. Müller
Gemäss den Erhebungen des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) waren Ende August 2010 insgesamt 142’879 Arbeitslose bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) eingeschrieben, 549 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote in der Schweiz blieb mit 3,6% stabil. Damit stagnierte der Schweizer Arbeitsmarkt, zum ersten Mal seit Februar dieses Jahres ging die Arbeitslosigkeit nicht weiter zurück.
Weniger Stellensuchende
Insgesamt waren 204’989 Stellensuchende bei den Arbeitsämtern registriert, 615 weniger als im Vormonat. Gegenüber der Vorjahresperiode sank die Zahl der Stellensuchenden um 1,7%. Vor einem Jahr hatte die Arbeitslosenquote 3,8% betragen.
Die Jugendarbeitslosigkeit bei den 15- bis 24-Jährigen erhöhte sich dagegen um gut 10% auf 24’776 Personen. Das war zu erwarten, weil in diesem Monat viele Studienabgänger auf den Arbeitsmarkt drängen. Zudem suchen viele Jugendliche eine Lehrstelle. Im Vergleich zum August 2009 ergab sich aber ein Rückgang um über 15%, wie das SECO mitteilte.
229 Betriebe weniger von Kurzarbeit betroffen
Die Kurzarbeit ging im Juni zurück. Die Anzahl der betroffenen Betriebe verringerte sich um 229 (-11,3%) auf 1789. Noch 16 688 Personen waren von Kurzarbeit betroffen, 3953 Personen weniger (-19,2%) im Vormonat. Die ausgefallenen Arbeitsstunden nahmen um 84 741 (-9,1%) auf 849 662 Stunden ab. In der entsprechenden Vorjahresperiode (Juni 2009) waren 3 152 900 Ausfallstunden registriert worden, welche sich auf 58 749 Personen in 3371 Betrieben verteilt hatten.
Wenn über die Revision des Kriegsmaterialgesetzes (KMG) diskutiert wird, über die wir am 29. November abstimmen, stehen meist Fragen der Sicherheitspolitik im Zentrum. Die Vorlage passt die Regeln für die Ausfuhr und Wiederausfuhr von Kriegsmaterial an die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa an. Dabei wird häufig übersehen, dass die Vorlage auch eine Standort- und Innovationsfrage ist.
Der Ständerat hat bei den Lohnschutzmassnahmen im Rahmen des Vertragspakets Schweiz-EU wichtige Entscheide gefällt. Er folgt dabei in zentralen Punkten dem bundesrätlichen Vorschlag und stärkt die gemeinsam mit den Sozialpartnern erarbeiteten Lösungen beim Lohnschutz.
Pünktlich zum Lohnherbst kehren neben überhöhten Forderungen auch altbekannte Behauptungen zurück: Die Unternehmen behielten die Produktivitätsgewinne auf Kosten der Arbeitnehmenden für sich. Oder: Die Krankenkassenprämien stiegen stärker als die Löhne, weshalb es einen kräftigen Lohnaufschlag brauche. Warum stimmen beide nicht, und wie viel Lohn liegt 2027 drin?
Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats (WAK-S) hat das von den Sozialpartnern zusammen mit dem Bund erarbeitete Paket zum Lohnschutz im Rahmen des Vertragspakets Schweiz–EU aufgeschnürt und Änderungen an mehreren Massnahmen beschlossen. Mit dem Beharren auf einer Kautionspflicht für ausländische Unternehmen nimmt die WAK-S eine Verletzung von EU-Recht in Kauf. Sie schwächt zudem die Unterstützung des Vertragspakets im Inland.