Der Arbeitsmarkt profitiert von der Digitalisierung

10. November 2017,  News

Die Auslegeordnung der Landesregierung zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf Beschäftigung und Arbeitsbedingungen zeigt viele Chancen, aber auch gewisse Risiken auf. Doch eine Lohnpolarisierung, steigende Ungleichheiten oder eine Erosion der Arbeitseinkommen sind in der Schweiz nicht zu beobachten.

Der Schweizerische Arbeitsmarkt befindet sich in einer sehr guten Ausgangslage und wird durch eine gezielte Verbesserung der Rahmenbedingungen von der Digitalisierung profitieren. Wie ein Bericht des Bundesrats weiter festhält, wurde der Strukturwandel in der Schweiz in den letzten zwanzig Jahren erfolgreich bewältigt. So wurden netto nicht nur 680‘000 Stellen geschaffen. Die Schweiz fällt international auch durch eine hohe Arbeitsmarktbeteiligung, eine tiefe Erwerbslosenquote und eine hohe Qualität der Jobs auf.

Diese erfreuliche Entwicklung dürfte auch in Zukunft anhalten. Der Digitalisierungstrend betrifft alle Branchen und Berufe. Während Berufe in der Produktion tendenziell an Bedeutung verlieren, gewinnen technische und Dienstleistungsberufe an Bedeutung. Die zukünftige Beschäftigung wird sich kaum radikal verändern. Der Strukturwandel wird sich weiterhin etwa so auf den Arbeitsmarkt auswirken wie im im letzten Jahrzehnt. Aktivismus ist also bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen nicht angezeigt. Die Entwicklung muss jedoch über ein Monitoring weiter beobachtet werden.

Der Bundesrat betont, dass er die Bildung noch stärker auf die in der digitalen Wirtschaft benötigten Kompetenzen ausrichten möchte. Ausserdem will er den Arbeitsmarkt weiterhin flexibel halten und dabei die sozialen Risiken abfedern.

Für den Schweizerischen Arbeitgeberverband (SAV) ist es gerade im Rahmen der Digitalisierung zentral, dass der Bund die Verantwortung für unser Bildungssystem wahrnimmt, insbesondere in der von der Wirtschaft stark getragenen Berufsbildung. Dass sich der Bund dieser Verantwortung bewusst ist, kommt etwa im laufenden Projekt «Berufsbildung 2030» zum Ausdruck. Dem stetig weiterentwickelten System der betrieblich basierten Berufslehre in Kombination mit weiterführenden Bildungsgefässen der höheren Berufsbildung, der Hochschulwelt und der Weiterbildung kommt eine wichtige Funktion zu, damit die Schweizer Erwerbsbevölkerung auch im Zeitalter der Digitalisierung fit bleibt. Von einer Weiterentwicklung des Sozialversicherungsrechts erwartet der SAV, dass sie die Chancen der Digitalisierung zugunsten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern auch tatsächlich nutzt. Gleiches gilt für die Rahmenbedingungen zugunsten eines liberalen und offenen Arbeitsmarktes.