«Zulassungspraxis der Fachhochschulen entspricht gesetzlichen Anforderungen»
Der Bundesrat kommt zum Schluss, dass die Fachhochschulen die Zulassungspraxis zum Bachelorstudium nach den Vorgaben des Gesetzes handhaben. Der Bund will aber in einzelnen Fällen Klarheit schaffen.
| Roland A. Müller
Um an einer Fachhochschule zu studieren, verlangt das Gesetz eine Berufsmaturität oder eine gymnasiale Maturität plus eine einjährige Arbeitswelterfahrung. Der Einstieg über die Berufsbildung sei entscheidend für das praxisnahe Profil der Fachhochschulen und solle auch mit Blick auf die künftige Hochschullandschaft beibehalten und geschärft werden, teilte das Eidg. Volkswirtschaftsdepartement (EVD) mit. In seinem verabschiedeten Bericht kommt der Bundesrat zum Schluss, dass die Zulassungspraxis der Fachhochschulen diesen gesetzlichen Anforderungen entspricht. In einzelnen Fällen wie der Zulassung mit Aufnahmeprüfung wird der Bund aber einige Klarstellungen vornehmen.
Im Jahr 2009 kamen 48% der Studierenden mit Berufsmaturität, 22% mit gymnasialer Maturität, 13% mit einem anderen Ausweis (Fachmaturität, Abschluss der höheren Berufsbildung), 12% mit ausländischer Vorbildung und 3% nach einer Aufnahmeprüfung an eine Fachhochschule. In Technik und Wirtschaft besass die Mehrheit eine Berufsmaturität, in Gesundheit oder Kunst dominierten dagegen andere Vorbildungen wie die gymnasiale Maturität.
Wer nach dem Gymnasium ein Fachhochschulstudium aufnehmen will, muss zunächst ein Jahr Arbeitswelterfahrung in einem dem Studium verwandten Beruf sammeln. Der Bericht analysierte dazu die gängige Praxis in den Bereichen Technik, Wirtschaft und Design und stellt fest, dass alle Fachhochschulen diese Zusatzleistung einfordern. Die Anforderungen an das Arbeitsweltjahr sind laut EVD «allerdings sehr heterogen». Die Fachhochschulen sollen hier mit der Festlegung von Lernzielen für gesamtschweizerisch einheitliche Anforderungen sorgen.
Wenn über die Revision des Kriegsmaterialgesetzes (KMG) diskutiert wird, über die wir am 29. November abstimmen, stehen meist Fragen der Sicherheitspolitik im Zentrum. Die Vorlage passt die Regeln für die Ausfuhr und Wiederausfuhr von Kriegsmaterial an die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa an. Dabei wird häufig übersehen, dass die Vorlage auch eine Standort- und Innovationsfrage ist.
Der Ständerat hat bei den Lohnschutzmassnahmen im Rahmen des Vertragspakets Schweiz-EU wichtige Entscheide gefällt. Er folgt dabei in zentralen Punkten dem bundesrätlichen Vorschlag und stärkt die gemeinsam mit den Sozialpartnern erarbeiteten Lösungen beim Lohnschutz.
Pünktlich zum Lohnherbst kehren neben überhöhten Forderungen auch altbekannte Behauptungen zurück: Die Unternehmen behielten die Produktivitätsgewinne auf Kosten der Arbeitnehmenden für sich. Oder: Die Krankenkassenprämien stiegen stärker als die Löhne, weshalb es einen kräftigen Lohnaufschlag brauche. Warum stimmen beide nicht, und wie viel Lohn liegt 2027 drin?
Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats (WAK-S) hat das von den Sozialpartnern zusammen mit dem Bund erarbeitete Paket zum Lohnschutz im Rahmen des Vertragspakets Schweiz–EU aufgeschnürt und Änderungen an mehreren Massnahmen beschlossen. Mit dem Beharren auf einer Kautionspflicht für ausländische Unternehmen nimmt die WAK-S eine Verletzung von EU-Recht in Kauf. Sie schwächt zudem die Unterstützung des Vertragspakets im Inland.