Personenfreizügigkeit: Es kommen vorab Hochqualifizierte in die Schweiz

21. Januar 2010 News

Im vergangenen Frühjahr arbeiteten und wohnten 974 000 Ausländer in der Schweiz, das sind 5 % mehr als im Vorjahr. Die Personenfreizügigkeit brachte den gewünschten Effekt: Besonders stark gestiegen ist unter anderem die Zahl der Deutschen, die gut ausgebildet sind und weniger häufig arbeitslos werden als Schweizer.

Die Schweiz ist ein attraktiver Arbeitsort für Ausländerinnen und Ausländer. Dank der Personenfreizügigkeit erhöhte sich im zweiten Quartal 2009 der Anteil der erwerbstätigen Ausländer mit Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligung im Vergleich zum Vorjahr um 5 % oder 48 700 Personen. Hingegen nahm der Anteil der Ausländer, welche nicht ständig hier wohnen (vor allem Grenzgänger oder Kurzaufenthalter), leicht um 1,4 % ab. Gemäss der jüngsten Arbeitskräfteerhebung des Bundes blieb die Zahl der Schweizer Erwerbstätigen stabil.

Zwei Drittel stammen aus der «alten» EU oder der Efta
In der Schweiz arbeiteten vor allem mehr niedergelassene Deutsche (+ 25 000 oder 18 %), gefolgt von Franzosen (+ 5000 oder 9,7 %) und Portugiesen (+ 11 000 oder 9,2 %). Rund zwei Drittel der ausländischen Erwerbstätigen stammen aus der EU-15 oder einem Efta-Staat, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) schreibt.

23 % aller 4,28 Millionen Erwerbstätigen mit ständigem Aufenthalt in der Schweiz waren im letzten Frühjahr Ausländer. Von ihnen lebten anteilsmässig die meisten in der Region Genfersee (33 %), im Tessin (28 %) und im Grossraum Zürich (25 %). Am wenigsten vertreten waren sie im Espace Mittelland (16 %) und in der Zentralschweiz (17%).

Deutsche und Franzosen mit guter Ausbildung
Von der Bildung her betrachtet liegen die ausländischen Erwerbstätigen fast gleichauf mit den Schweizern. Während von den Einheimischen 34 % eine Hochschule besucht oder eine höhere Berufsbildung absolviert haben, sind es bei den Ausländern 33 %. Betrachtet man allerdings nur die Gruppe der Deutschen und Franzosen, so liegt der Anteil der Erwerbstätigen mit tertiärer Ausbildung bei über 60 %. Bei den Personen aus dem Westbalkan und aus Portugal liegt die Quote bei rund 7 %.

Im tertiären Sektor arbeiteten 71 % der Ausländer (Schweizer: 76 %) und weitere 28 % im sekundären Sektor (Schweizer: 20 %). Überdurchschnittlich viele Nord- und Westeuropäer sind im tertiären Sektor tätig (78 %), während im sekundären Sektor die Erwerbstätigen aus der Türkei und dem Westbalkan mit 42 % stark vertreten sind.

Tiefe Erwerbslosigkeit bei Deutschen
Ein ähnliches Bild wie bei der Bildung ergibt sich beim Blick auf die Arbeitslosigkeit. Die Statistik zeigt, dass die Erwerbslosenquote im zweiten Quartal bei den Ausländern mit Wohnsitz in der Schweiz mit 7,2 % mehr als doppelt so hoch war wie bei den Schweizern (3,1 %). Bei den deutschen Arbeitskräften in der Schweiz lag die Erwerbslosenquote bei tiefen 2,8 % und damit unter jener der Schweizer. Dies ist laut BFS mit der guten Ausbildung und der Tatsache zu erklären, dass viele Deutsche im Dienstleistungssektor und teilweise in guten Positionen arbeiten.

Am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffen waren dagegen Personen aus dem Westbalkan (9 %) und Portugal (6,8 %). Insgesamt lässt sich sagen, dass 2009 aufgrund der Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt vorab erwerbstätige Ausländer mit guter Ausbildung und weniger jene mit geringerer Qualifikation in die Schweiz kamen. Nicht zu vergessen ist, dass all jene Ausländer, welche in der Schweiz wohnen und arbeiten wollen, über einen hiesigen Arbeitsvertrag verfügen müssen.