Ältere Arbeitnehmer – wichtige Stütze des Schweizer Arbeitsmarkts

29. Oktober 2015,  News

Wie können die demografischen Herausforderungen am Arbeitsmarkt bewältigt werden? Und welche Rolle spielen ältere Arbeitnehmer dabei? Ein Anlass des Verbands Zürcher Handelsfirmen im Rahmen der Initiative «Zukunft Arbeitsmarkt Schweiz» nahm sich diesen Fragen an.

Wie können die demografischen Herausforderungen am Arbeitsmarkt bewältigt werden? Und welche Rolle spielen ältere Arbeitnehmer dabei? Diese Fragen standen im Zentrum einer Veranstaltung der Initiative «Zukunft Arbeitsmarkt Schweiz», organisiert vom Verband Zürcher Handelsfirmen (VZH). «Ältere Arbeitnehmer sind wichtig», eröffnete VZH-Präsidentin Claudia Bucheli Ruffieux den Anlass. Es benötige aber sowohl auf Firmen- als auch auf Mitarbeiterseite Flexibilität. «In den Firmen braucht es ein Umdenken», nahm Roland A. Müller den Ball auf. «Ältere müssen ein selbstverständlicher Teil der Unternehmenskultur werden.» Insbesondere deswegen, weil Wirtschaft und Gesellschaft vor einer demografischen Herausforderung stünden. «Pro Jahr scheiden 50’000 Erwerbstätige altershalber aus dem Arbeitsprozess aus – in zehn Jahren haben wir eine Lücke von einer halben Million Erwerbstätigen», rechnete der Direktor des Arbeitgeberverbands vor.

Mit Blick auf die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer schneidet die Schweiz im internationalen Vergleich allerdings schon heute gut ab. «Die Erwerbsquote bei den 55- bis 64-Jährigen liegt hierzulande bei über 70 Prozent, der Beschäftigungsgrad beträgt dabei rund 85 Prozent», erläuterte Roland A. Müller. Und bei den über 65-Jährigen betrage das Arbeitspensum immer noch rund 45 Prozent. Müller räumte zudem ein hartnäckiges Vorurteil aus dem Weg: «Dass Ältere häufiger arbeitslos werden als Jüngere, stimmt nicht.» Der Blick in die Statistiken des Bundes verdeutlicht dies: Die Arbeitslosenquote der Generation 50plus liegt mit 2,8 Prozent deutlich unter derjenigen der 25- bis 49-Jährigen. Verlieren Ältere ihren Job, so sind sie aber länger arbeitslos als Jüngere.

Stefan Kuchelmeister, Geschäftsführer der Federas AG, verwies ebenfalls auf das Potenzial, das ältere Arbeitnehmer bieten. Das privatwirtschaftliche Beratungs- und Personalvermittlungs-Unternehmen für die öffentliche Hand, gegründet auf Initiative des Vereins Zürcher Gemeindeschreiber und Verwaltungsfachleute, hilft bei personellen Engpässen in Gemeindeverwaltungen. Die Federas AG setzt dabei auf Profis mit langjähriger Berufserfahrung. «Drei Viertel unserer Springer sind Pensionierte», unterstrich Kuchelmeister und ergänzte: «Ohne Pensionierte würden viele Zürcher Gemeinden nicht mehr funktionieren.»