ARBEITGEBERTAG 2017 in den Medien: Von Digitalisierung und präsidialen Mahnreden

23. Juni 2017,  News

Der diesjährige ARBEITGEBERTAG stand im Zeichen der Digitalisierung. In den Medien sorgte aber auch der Auftritt von Arbeitgeberpräsident Valentin Vogt für Schlagzeilen, der in seiner Rede Kritik an Parlament und Bundesrat übte. Diese liess Bundespräsidentin Doris Leuthard in ihrer Gastrede nicht unwidersprochen.

«Hätte Valentin Vogt am gestrigen ARBEITGEBERTAG in Lausanne Gastredner Alexandre Saubot den Vortritt gelassen, wäre seine Rede womöglich milder ausgefallen» – mit diesem Satz beginnt die Berichterstattung des Tages-Anzeigers über den Anlass der Arbeitgeber. Saubot, Vizepräsident des französischen Arbeitgeberverbands Medef, lobte gemäss «Tagi» die Schweizer Arbeitsmarktpolitik und den Wirtschaftsstandort überschwänglich. Dies empfand die Zeitung als surreal, denn zuvor hätte Arbeitgeberpräsident Valentin Vogt den Wirtschaftsstandort Schweiz «in Grund und Boden geredet». Im Wortlaut des Tages-Anzeigers bezichtigte Vogt Bundesrat und Parlament, «sich nur um Verteilungsfragen zu kümmern, Wohlfühlpolitik zu betreiben, regulierungsfreudig zu sein und die Lösung von Strukturproblemen auf die lange Bank zu schieben». Die präsidiale Analyse wirkte auf den Tages-Anzeiger wie eine «veritable Wutrede». Um sich ein eigenes Bild zu machen, empfehlen wir die Lektüre der Rede im Original.

Die Vorwürfe des Arbeitgeberpräsidenten liess sich Bundespräsidentin Doris Leuthard gemäss Tagi nicht bieten. So schreibt die Zeitung: «Leuthard kritisierte die Wirtschaft dafür, selbst in Branchen mit hoher Arbeitslosigkeit ausländische Fachkräfte in nicht gerade kleiner Höhe zu rekrutieren.» Zudem nahm sie die Wirtschaftsvertreter in die Pflicht, eigene Ideen einzubringen und ihre roten Linien aufzuzeigen. Das eigentliche Hauptthema des ARBEITGEBERTAGS – die digitale Transformation – fand derweil keinen Eingang in die Berichterstattung des Tages-Anzeigers.

Demgegenüber befragte das Schweizer Fernsehen Gastreferent Stephan Vaterlaus, Leiter des Reformprojekts CH2048, der die digitale Revolution im Auftrag des Schweizerischen Arbeitgeberverbands untersucht. Vaterlaus geht davon aus, dass infolge der Digitalisierung neue Berufe entstehen: «Die Vergangenheit hat gezeigt, dass nicht nur Stellen abgebaut werden, sondern auch viele neue Stellen entstehen können» – sagt Vaterlaus im Beitrag der Tagesschau. Die Herausforderung dürfte laut Vaterlaus darin bestehen, die Qualifikationen den ändernden Bedürfnissen anzupassen. Auch Valentin Vogt betont im Beitrag die Chancen der Digitalisierung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Letztere profitieren davon, wenn Arbeitgeber für die Digitalisierung gerüstet sind und neue Stellen anbieten können.

Tagesschau-Beitrag zum ARBEITGEBERTAG:

Die Sendung 10vor10 ging ebenfalls am ARBEITGEBERTAG bei den Arbeitgebern auf Stimmenfang und wollte von ihnen wissen, wie sie ihren Angestellten die Arbeit bei hohen Sommertemperaturen erleichtern:

10 neue Vorstandsmitglieder gewählt
Am ARBEITGEBERTAG nahmen rund 150 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung sowie mehrere Journalisten teil, um die Folgen und Herausforderungen der Digitalisierung zu diskutieren. Vor dem Anlass versammelten sich die Mitglieder des Schweizerischen Arbeitgeberverbands und wählten folgende Vertreterinnen und Vertreter neu in den Verbandsvorstand:

  • Marcel Delasoie, La Fédération suisse romande des entreprises de plâtrerie-peinture (FREPP)
  • Claudia Di Giuseppe, CHOCOSUISSE – Verband Schweizerischer Schokoladefabrikanten
  • Lukas Gähwiler, Arbeitgeberverband der Banken in der Schweiz
  • Nadine Gembler, IG DHS Interessengemeinschaft Detailhandel
  • NR Franz Grüter, ITCswitzerland
  • Markus Lehmann, SIBA Verband Schweizerischer Versicherungsbroker
  • NR Fabio Regazzi, AITI Associazione Industrie Ticinesi
  • François Rohrbach, Groupement des Entreprises Multinationales (GEM)
  • Valérie Schelker, Die Schweizerische Post AG
  • Rolf Zehnder, H+ Die Spitäler der Schweiz

Die Mitgliederversammlung genehmigte zudem den Jahresbericht der Arbeitgeber für das Jahr 2016.