Die IV befindet sich in einer schwierigen Lage: Die Zahl der Neurenten steigt seit Jahren, besonders bei jüngeren Personen. Grund dafür ist unter anderem ein Anstieg psychischer Erkrankungen. Diese Entwicklung gibt Anlass zur Sorge und bringt die IV zunehmend in eine finanzielle Schieflage.
Arbeitgeber unterstützen «Integration vor Rente»
Mit den Leitlinien, die der Bundesrat verabschiedet hat, soll insbesondere bei der Integration angesetzt werden: Versicherte sollen möglichst lange auf dem Arbeitsmarkt bleiben oder dort rasch wieder Fuss fassen. Für junge Erwachsene soll zudem eine Integrationsleistung eingeführt werden, die sich aus einem finanziellen Beitrag und einer individuellen Begleitung zusammensetzt. Die Arbeitgeber unterstützen diesen Ansatz. Gerade für junge Personen ist es wichtig, an der Arbeitswelt teilhaben zu können: Es stärkt die persönliche Entwicklung, fördert soziale Kontakte und verhilft Betroffenen zu wirtschaftlicher Eigenständigkeit. Mit dem Verein «Compasso» engagieren sich die Arbeitgeber bereits heute aktiv für den Arbeitsplatzerhalt und zur beruflichen Integration von Menschen mit psychischen und physischen Problemen.
Keine zusätzlichen Lohnabgaben
Die Leitlinien zur IV-Reform sehen vor, dass die Lohnbeiträge um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte erhöht werden, sollten die Integrationsmassnahmen nicht ausreichen, um die IV zu stabilisieren. Die Arbeitgeber sprechen sich gegen jegliche Form von höheren Lohnabgaben aus. Höhere Lohnabgaben verteuern die Arbeit, schwächen die Wettbewerbsfähigkeit und verschärfen Konflikte zwischen den Generationen. Mit der Finanzierung der 13. AHV-Rente und weiteren Ausbauideen im Bereich der Sozialpolitik drohen bereits weitere Verteuerungen der Arbeit. Eine kürzlich veröffentlichte Studie von BSS Volkswirtschaftliche Beratungen zeigt die grossen Folgen einer zusätzlichen Belastung der Löhne. Zuerst müssen alle übrigen Massnahmen ausgeschöpft werden, bevor eine Lohnbeitragserhöhung überhaupt zur Sprache kommen kann. Neben den vorgeschlagenen Massnahmen gehört dazu auch eine konsequente und transparente Überprüfung der heutigen Kosten und Finanzflüsse.