Am meisten Sorgen machen sich die Schweizer um ihre Altersvorsorge. Dies hat knapp die Hälfte der Befragten beim diesjährigen Credit Suisse Sorgenbarometer gesagt. Der Schweizerische Arbeitgeberverband nimmt diese Sorgen ernst und liefert die Lösung: den Sozialpartnerkompromiss.
Altersvorsorge, Gesundheit und Ausländer: Diese drei Themen bereiten den Schweizern am meisten Kopfzerbrechen, wie das neue Sorgenbarometer der Credit Suisse zeigt. Zum dritten Mal in Folge ist die Altersvorsorge die grösste Sorge der hiesigen Bevölkerung. Für beinahe die Hälfte der Befragten sind die Renten nicht mehr sicher. Zudem ist die Altersvorsorge gemäss der Umfrage auch das dringlichste Problem in der Politik.
Der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) nimmt diese Sorgen ernst und setzt sich mit Nachdruck für eine nachhaltige Altersvorsorge ein. Denn die Zweifel sind begründet: Um die gigantische Kostenexplosion durch die bevorstehende Pensionierung der Babyboomer zu bewältigen, muss die AHV unverzüglich mit strukturellen Massnahmen entlastet werden. Die Arbeitgeber setzen dabei auf einen ausgewogenen Mix von Mehreinnahmen und Einsparungen.
Zudem nehmen die Arbeitgeber zusammen mit den Sozialpartnern ihre Verantwortung wahr, indem sie eine Lösung für die drängendsten Probleme der zweiten Säule erarbeitet haben. Daraus ist der Sozialpartnerkompromiss entstanden, der die berufliche Vorsorge (BVG) stärkt, modernisiert und das bisherige Leistungsniveau gewährleistet.
Für die Arbeitgeber ist wichtig, dass den Sorgen der Schweizer Bevölkerung Rechnung getragen wird und die Probleme der Altersvorsorge schnell und effizient behoben werden. Deshalb fordert der SAV eine sofortige Umsetzung des Sozialpartnerkompromisses. Im nächsten Jahr sollen die Schweizer schliesslich nicht wieder die Altersvorsorge als grösste Sorge angeben müssen.
Ihre Ansprechperson
Barbara Zimmermann-Gerster
Ressortleiterin Sozialpolitik und Sozialversicherungen
Der Schweizerische Arbeitgeberverband begrüsst den eingeschlagenen Weg bei der Reform der Hinterlassenenrenten. Gleichzeitig unterstützt er, dass die Auswirkungen der vom Nationalrat beschlossenen massiven Ausbauvorhaben insbesondere im Behindertengleichstellungsgesetz vertieft untersucht werden. Die neuen Verpflichtungen für Arbeitgeber drohen unverhältnismässige Kosten, Rechtsunsicherheit und Bürokratie zu verursachen, was Inklusion mehr hemmt als fördert. Hier erwarten die Arbeitgeber eine deutliche Korrektur.
Wenn über Arbeitgeberpolitik gesprochen wird, geht es oft um Rahmenbedingungen, Regulierung und Wettbewerbsfähigkeit. Das ist wichtig. Aber ein funktionierender Arbeitsmarkt besteht nicht nur aus guten Rahmenbedingungen. Entscheidend ist, ob Menschen tatsächlich die Chance erhalten, ihre Fähigkeiten einzubringen.
Eine neue Studie des Bundesamts für Sozialversicherungen untersucht, wie die berufliche Wiedereingliederung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in den ersten Arbeitsmarkt verbessert werden kann. Sie zeigt: Arbeitgeber engagieren sich stark, benötigen aber eine konsequentere fachliche Unterstützung durch die IV. Entscheidend sind eine bessere Zusammenarbeit mit den behandelnden Fachpersonen sowie individuelle und betrieblich tragfähige Lösungen.
Der Nationalrat hat zwei Kommissionsinitiativen der SGK-N Folge gegeben, die den Sparbeginn in der beruflichen Vorsorge vorziehen, beziehungsweise die heutigen vier Gutschriftensätze auf zwei reduzieren wollen. Aus Sicht des Arbeitgeberverbands ist das Anliegen dahinter zwar nachvollziehbar, darf aber nicht gesondert angegangen werden, sondern muss in eine umfassende Betrachtung eingebettet werden. Werden Parameter in der beruflichen Vorsorge isoliert verändert, droht das System in Schieflage zu geraten, ohne dass ein klarer Mehrwert entsteht.