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Nationalratsentscheid zur beruflichen Vorsorge: System nicht in Schieflage bringen

Die Debatte um die berufliche Vorsorge ist auch nach dem Nein zur BVG-Reform im Jahr 2024 nicht beendet. Der Nationalrat hat verschiedene politische Vorstösse abgelehnt, die einzelne Anliegen aus dem damaligen Vorschlag aufgreifen oder gar systemfremde Elemente ins BVG aufnehmen wollen. Die Arbeitgeber begrüssen die Haltung des Nationalrats. Einseitige Umbauideen in der zweiten Säule ignorieren, dass es sich in der beruflichen Vorsorge um ein komplexes und austariertes System handelt, das nicht ohne Folgen an einzelnen Stellschrauben verändert werden kann.

Der Nationalrat hat in der Sondersession verschiedene Ideen zur Anpassung der beruflichen Vorsorge behandelt und allen Vorstössen eine Absage erteilt. Aus Sicht des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes (SAV) ist dieser Entscheid richtig. Denn sobald im BVG Anpassungen an der Beitragsseite vorgenommen werden, müssten zwangsläufig auch Anpassungen auf der Leistungsseite erfolgen, damit das System nicht in Schieflage gerät und es nicht zu weiterer systemfremder Umverteilung zulasten der jüngeren Generation kommt. Das Vorhaben einer gesamtheitlichen Reform ist im Jahr 2024 gescheitert. Der Arbeitgeberverband hat die Reform damals unterstützt und sich für eine Modernisierung der beruflichen Vorsorge eingesetzt. Einzelne Anliegen dürfen nun aber nicht isoliert umgesetzt werden. Besonders gefährlich sind insbesondere Anliegen, die zu mehr Umverteilung führen. Im Kapitaldeckungsverfahren der zweiten Säule sind solche Anliegen schlicht systemfremd und strafen nachfolgende Generationen ab. Folgende Anliegen sind daher kritisch zu beurteilen:

Anliegen, die wichtige Forderungen aus der BVG-Reform aufnehmen und vom Arbeitgeberverband damals unterstützt wurden – beispielsweise das Senken der Eintrittsschwelle – können als isolierte Massnahme das bestehende System in seiner Stabilität und Effektivität gefährden. Anpassungen in der beruflichen Vorsorge müssen zielgerichtet und systemkonform erfolgen. Dazu gehört insbesondere ein realistischer Umwandlungssatz, um die systemfremde Umverteilung zu begrenzen.

Die Reform BVG 21 wurde mit dem Ziel entwickelt, das System der beruflichen Vorsorge langfristig zu sichern und die Herausforderungen der Alterung der Bevölkerung abzufangen. Die vorgeschlagenen Einzelmassnahmen konzentrieren sich jedoch auf isolierte Themen und berücksichtigen nicht die komplexe Verknüpfung der verschiedenen Komponenten innerhalb der Altersvorsorge. Die Politik tut daher gut daran, solche Experimente im BVG zu unterlassen und Reformen mit Blick aufs grosse Ganze anzugehen.

Ihre Ansprechperson

Barbara Zimmermann-Gerster

Ressortleiterin Sozialpolitik und Sozialversicherungen

barbara.zimmermann@arbeitgeber.ch

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