Hochschulkonferenz mit beratenden Stimmen aus der Arbeitswelt

27. Februar 2015,  News

Die Schweizerische Hochschulkonferenz ist neu das oberste hochschulpolitische Organ der Schweiz und koordiniert die Tätigkeiten von Bund und Kantonen im Hochschulbereich. Mit beratender Stimme sind Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen einbezogen.

Das Hochschulförderungs- und Koordinationsgesetz ist Anfang 2015 in Kraft getreten. Zur Steuerung der Hochschullandschaft konstituieren sich nun neue Gremien wie die Schweizerische Hochschulkonferenz, in die auch die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen als Repräsentanten der Arbeitswelt einbezogen sind.

Die explizite Nennung und institutionelle Einbindung der Sozialpartner in der Hochschullandschaft ist neu. Der Gesetzgeber wollte offensichtlich die Optik des Arbeitsmarktes und der Arbeitsmarktfähigkeit sowie die Vernetzung mit den Berufsbildungsaktivitäten der Verbände – daher auch die Rede von «Organisationen der Arbeitswelt» – im Hochschulbereich verstärken.

Der «ständige Ausschuss der Arbeitswelt» wird insbesondere bei den Fachhochschulen sowie bei der Hochschulweiterbildung Einfluss nehmen müssen: Gerade die Fachhochulen haben massgeblich zur Durchlässigkeit im Bildungssystem und zur Attraktivität der Berufsbildung beigetragen, weshalb ihr eigenständiges Profil unbedingt erhalten werden muss.

Zudem ist die Zulassung zur Hochschulweiterbildung heute oft so ausgestaltet, dass sie auf Personen mit Berufsbildung fokussiert und so die Angebote der höheren Berufsbildung in unzweckmässiger Weise konkurrenziert. Unter anderem diese Tatsache führt auch zu den bekannten Positionierungs- und Imageproblemen der arbeitsmarktnahen höheren Berufsbildung. Hier gilt es für die Hochschulkonferenz, über Rahmenvorschriften zur Weiterbildung wichtige Klärungen im Interesse des Gesamtsystems vorzunehmen.

Dem Schweizerischen Arbeitgeberverband als eigentlichem Repräsentanten der Arbeitgeber sowie dem Wirtschaftsdachverband economiesuisse – mit seiner Verantwortung für die Forschungs- und Innovationspolitik und seiner entsprechenden Tradition in der Hochschulpolitik – steht ein gemeinsamer Sitz in der Hochschulkonferenz zu. Die Aufgabe hat derzeit Rudolf Minsch, Chefökonom von economiesuisse, übernommen. Der andere Arbeitgebersitz steht dem Schweizerischen Gewerbeverband zu. Die Arbeitnehmerseite ist über den Schweizerischen Gewerkschaftsbund und Travailsuisse vertreten.