Sozialpolitik

Engagiert für bessere Beschäftigungschancen für Jung und Alt

Wenn über Arbeitgeberpolitik gesprochen wird, geht es oft um Rahmenbedingungen, Regulierung und Wettbewerbsfähigkeit. Das ist wichtig. Aber ein funktionierender Arbeitsmarkt besteht nicht nur aus guten Rahmenbedingungen. Entscheidend ist, ob Menschen tatsächlich die Chance erhalten, ihre Fähigkeiten einzubringen.

Deshalb engagiert sich der Schweizerische Arbeitgeberverband unter anderem für zwei Gruppen, die an unterschiedlichen Enden des Erwerbslebens stehen: für Jugendliche, denen der Einstieg in den Arbeitsmarkt schwerfällt (im Rahmen unseres Engagements für Check Your Chance), und für erfahrene Arbeitskräfte über 50, die ihr Potenzial weiterhin einbringen wollen und sollen (mit dem Netzwerk focus50plus, gemeinsam mit dem Schweizerischen Gewerbeverband). Dieses Engagement ist für uns keine Nebensache. Es gehört zu unserem Verständnis von Arbeitgeberpolitik.

Der Einstieg ins Berufsleben darf nicht zur Sackgasse werden

Bei jungen Menschen können Schwierigkeiten beim Berufseinstieg weitreichende Folgen haben. Wer nach Ausbildung oder Studium keine erste Stelle findet oder bereits vor Abschluss einer Erstausbildung Schwierigkeiten bekommt, braucht manchmal mehr als den Hinweis auf ein Stellenportal.

Genau hier setzt Check Your Chance an. Die national tätige Dachorganisation bündelt spezialisierte gemeinnützige Institutionen und unterstützt junge Menschen von der beruflichen Orientierung über Bewerbungscoaching und Stellensuche bis hin zur Begleitung während Lehre oder Probezeit.

Der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) engagiert sich seit der Gründung des nationalen Dachvereins für diese Aufgabe und unterstützte seither Tausende Jugendliche. Dass dieser Ansatz funktioniert und als sinnvoll anerkannt wird, zeigt auch die Zusammenarbeit mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft SECO. Dieses unterstützt Check Your Chance und seine Mitgliedorganisationen aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung ergänzend zu privaten Fördermitteln. Das SECO begründet dies ausdrücklich damit, dass spezialisierte Organisationen Jugendarbeitslosigkeit kosteneffizient präventiv bekämpfen und bei einem Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit rasch reagieren können.

Das ist für uns gelebte Arbeitsmarktpolitik: nicht erst über ein Problem reden, wenn es gross geworden ist, sondern früh ansetzen und konkrete Perspektiven schaffen.

Erfahrung darf auf dem Arbeitsmarkt nicht an Wert verlieren

Am anderen Ende des Erwerbslebens stellt sich eine andere, aber ebenso wichtige Frage. Wie gelingt es, dass Menschen auch mit 50 oder 60 Jahren ihre Erfahrung, ihr Wissen und ihre Leistungsfähigkeit weiterhin einbringen können?

Dafür haben wir 2021 focus50plus lanciert. Die Initiative ist heute ein Netzwerk für Arbeitgebende unter dem Patronat des SAV und des Schweizerischen Gewerbeverbands. Sie bringt Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Politik zusammen und unterstützt Unternehmen dabei, das Potenzial von Mitarbeitenden und Stellensuchenden über 50 besser zu nutzen.

Dabei geht es nicht darum, die Situation älterer Arbeitnehmender schönzureden. Gerade deshalb versucht focus50plus, Wissen statt Klischees in den Vordergrund zu stellen und konkrete Lösungen für Unternehmen zu entwickeln. Mit Veranstaltungen, dem Austausch guter Praxis und wissenschaftlichen Grundlagen wird Generationenmanagement zu einer praktischen Arbeitgeberaufgabe.

Ein Beispiel dafür ist die 2026 im Auftrag von focus50plus durchgeführte Befragung von 500 Führungskräften und HR-Verantwortlichen. Sie zeigte einerseits, dass Unternehmen ältere Arbeitskräfte hoch schätzen. Andererseits zeigte sie auch Handlungsbedarf: Arbeitgeber sollten die Beschäftigungsfähigkeit älterer Mitarbeitender aktiver fördern und ihre Arbeitskräfte 60plus stärker im Unternehmen halten.

Genau diese Ehrlichkeit ist wichtig. Engagement für ältere Beschäftigte bedeutet nicht, zu behaupten, es gebe keine Schwierigkeiten. Es bedeutet, die Schwierigkeiten ernst zu nehmen und nach Lösungen zu suchen.

Bessere Arbeitsmarktchancen für Jung und Alt

Check Your Chance und focus50plus richten sich an unterschiedliche Generationen. Die Grundidee ist aber dieselbe: Wir stehen ein für einen Arbeitsmarkt, in dem vorhandenes Potenzial bestmöglich genutzt wird.

Bei den Jungen geht es darum, dass ein schwieriger Start nicht über eine ganze Erwerbsbiografie entscheidet. Bei den Älteren darum, Erfahrung und Arbeitsfähigkeit nicht vorschnell abzuschreiben.

Natürlich lösen zwei Initiativen weder Jugendarbeitslosigkeit noch sämtliche Herausforderungen älterer Beschäftigter. Diesen Anspruch erheben wir nicht. Aber sie zeigen, was wir unter verantwortungsvoller Arbeitgeberpolitik verstehen: Probleme benennen, Akteure zusammenbringen, Wissen verfügbar machen und dort konkret handeln, wo wir etwas bewirken können.