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Service-Citoyen-Initiative: Gute Idee, schlecht umgesetzt

Der Schweizerische Arbeitgeberverband empfiehlt die Ablehnung der Service-Citoyen-Initiative. Zwar teilen die Arbeitgeber das Ziel, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Engagement für die Allgemeinheit zu stärken. Die mit der Initiative vorgeschlagene Ausweitung der Dienstpflicht auf alle Bürgerinnen und Bürger würde jedoch den Arbeitsmarkt massiv belasten, hohe Kosten verursachen und die Privatwirtschaft konkurrenzieren.

Die Volksinitiative «Für eine engagierte Schweiz (Service-Citoyen-Initiative)» fordert, dass künftig alle Schweizerinnen und Schweizer einen obligatorischen Dienst zugunsten der Gesellschaft oder der Umwelt leisten müssen – unabhängig davon, ob sie militär- oder zivildienstpflichtig sind. Die Arbeitgeber anerkennen das Anliegen, die Verantwortung für das Gemeinwohl breit abzustützen, geschlechterneutral zu gestalten und erachten die Idee dahinter als grundsätzlich richtig. Dennoch überwiegen aus ihrer Sicht die negativen Folgen deutlich.

Eine generelle Dienstpflicht würde bedeuten, dass dem Arbeitsmarkt – im Vergleich zum heutigen System – doppelt so viele Arbeitskräfte entzogen würden. In einer Zeit, in der der Arbeitskräftemangel zahlreiche Branchen bereits stark unter Druck setzt, wäre dies wirtschaftlich kaum verkraftbar.

Hinzu kommen erhebliche Mehrkosten. Sowohl für Erwerbsersatzleistungen als auch für Versicherungen und Verwaltung wäre mit Hunderten Millionen Franken Mehraufwand pro Jahr zu rechnen. Zudem würde der vorgesehene Bürgerdienst zu einer Wettbewerbsverzerrung führen, da Dienstpflichtige Aufgaben übernehmen könnten, die heute von privaten Unternehmen oder gemeinnützigen Organisationen erfüllt werden.

Für die Arbeitgeber steht fest: Sicherheit, gesellschaftliches Engagement und Gemeinsinn sind zentrale Werte unserer Schweiz. Doch sie dürfen nicht durch eine übermässige staatliche Dienstpflicht erzwungen werden, die Arbeitsplätze gefährdet und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit schwächt. Der Schweizerische Arbeitgeberverband setzt sich weiterhin für ein starkes Milizsystem und freiwilliges Engagement ein – aber gegen eine überbordende Dienstpflicht für alle.