Sozialpolitik

AHV-Finanzierung: Modellstudie zeigt klaren Vorteil eines höheren Referenzalters

Eine neue Modellstudie des Bundes zu den AHV‑Finanzierungsoptionen zeigt ein klares Ergebnis: Eine Erhöhung des Referenzalters stärkt gemäss der BAK‑Simulationsrechnung Wachstum und Preisstabilität, während höhere Mehrwertsteuern und Lohnbeiträge das BIP und die Beschäftigung dämpfen. Gleichzeitig relativiert die Studie die häufig geäusserten Befürchtungen steigender Arbeitslosigkeit.

Die gestern durch das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) veröffentlichte Modellstudie von BAK Economics zu AHV-Finanzierungsoptionen zeigt ein klares Bild: Eine Erhöhung des Referenzalters ist volkswirtschaftlich deutlich vorteilhafter als eine Finanzierung über Mehrwertsteuer oder Lohnbeiträge.

BAK-Modellstudie zeigt: Referenzalter stärkt Wachstum und dämpft Preise

Im Zentrum steht eine Simulationsrechnung von BAK Economics, die für die Schweiz drei Finanzierungsoptionen vergleicht (Mehrwertsteuer, Lohnbeiträge, Referenzalter; jeweils mit äquivalentem Ertrag).

Die Ergebnisse sind eindeutig:

  • Eine Erhöhung des Referenzalters um ein Jahr führt laut BAK-Modellstudie zu einem Anstieg des BIP und zu einem tieferen Preisniveau.
  • Demgegenüber führen sowohl höhere Mehrwertsteuern als auch höhere Lohnbeiträge gemäss derselben Modellrechnung zu negativen BIP-Effekten, Beschäftigungsverlusten und – im Fall der Mehrwertsteuer – zu höheren Preisen.

Diese Resultate sind konsistent mit den ökonomischen Wirkungsmechanismen: Während Steuern und Lohnabgaben Konsum und Arbeit verteuern, erhöht ein höheres Referenzalter das Arbeitsangebot und damit das Wachstumspotenzial.

Generationenfairness wird nicht thematisiert

Die für die AHV entscheidende Dimension der Generationensolidarität wird in der veröffentlichten Studie nicht systematisch analysiert. Gerade bei einem Umlagesystem ist diese Perspektive aber zentral:

  • Höhere Lohnbeiträge und Steuern belasten primär die aktive Bevölkerung
  • Ohne strukturelle Anpassung verschieben sich die Lasten weiter auf jüngere Generationen

Eine vollständige Bewertung der Reformoptionen muss diese Dimension zwingend zusätzlich einbeziehen.

Klare Evidenz zugunsten einer Referenzaltererhöhung

Zusammengefasst zeigt die BAK-Analyse klar:

  • Ein höheres Referenzalter stärkt Wachstum und Preisstabilität
  • Steuer- und Beitragslösungen wirken demgegenüber wachstums- und beschäftigungsdämpfend

Die Arbeitgeber fühlen sich angesichts dieser Studienresultate gestärkt in ihrer Haltung: Wer die AHV nachhaltig sichern will, kommt um strukturelle Anpassungen nicht herum. Die Modellresultate zeigen deutlich, dass eine Erhöhung des Referenzalters gegenüber höheren Abgaben die wirtschaftlich überzeugendere Lösung für alle ist.

Weitere Auskünfte

  • Barbara Zimmermann-Gerster, Leiterin Ressort Sozialpolitik
    Tel. +41 79 229 13 64, [email protected]