Bildung

Spitzentreffen 2025: Die Berufsbildung ist kein Selbstläufer

Am Spitzentreffen der Berufsbildung vom 20. November 2025 wurden Arbeitspakete zur Förderung der Attraktivität der Berufsbildung verabschiedet. Aus Sicht der Arbeitgeber ist entscheidend, dass die Weiterentwicklung der dualen Berufsbildung überlegt erfolgt, konsequent auf die Arbeitsmarktfähigkeit ausgerichtet bleibt und nicht zum Spielball politischer Interessen wird.

Am nationalen Spitzentreffen der Berufsbildung 2025 nahmen Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Kantonen und Sozialpartnern teil, um Massnahmen zur Stärkung der Attraktivität der Berufsbildung zu diskutieren. Unter der Leitung von Bundesrat Guy Parmelin wurden verschiedene Arbeitspakete mit Massnahmen behandelt, die die Berufsbildung zukunftsfähig weiterentwickeln sollen.

Spitzentreffen verabschiedet sieben Arbeitspakete

Eine 2025 durchgeführte Sondierung zeigt, dass die Berufsbildung insgesamt gut aufgestellt ist. Damit sie weiterhin zukunftsfähig und attraktiv bleibt, unterstützen die Teilnehmenden des Spitzentreffens sieben Arbeitspakete, die schrittweise angegangen werden. Der Bund richtet dabei beispielsweise einen Förderschwerpunkt «Betriebliche Bildung» ein und stellt für die Jahre 2026-2028 insgesamt 3 Millionen Franken für Initiativen der Branchen und Kantone bereit, um die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen fördern und die Qualität der Lehrbetriebe stärken.

Die weiteren Pakete befassen sich mit der Überprüfung bestehender Regulierungen sowie mit der Weiterentwicklung der Berufsmaturität, um sie attraktiver zu gestalten und die Durchlässigkeit nach der beruflichen Grundbildung zu fördern. Zudem sollen die Entwicklungen von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz sowie ihren möglichen Auswirkungen auf die Berufsbildung eng verfolgt werden. Beim Berufswahl- und Laufbahnprozess soll insbesondere auf der Oberstufe bei den schulisch leistungsstarken Jugendlichen die bewusste Bildungsentscheidung gefördert werden, um die Gleichwertigkeit der Bildungswege auf Sekundarstufe II (Berufsbildung und vollschulische Alternativen wie das Gymnasium) stärker ins Bewusstsein zu rufen. Die höhere Berufsbildung soll durch bessere Koordination und Kommunikation sichtbarer werden. Ergänzend untersucht eine Expertengruppe aus Wissenschaft und Praxis grundlegende Fragen der Berufsbildung.

Berufsbildung muss Arbeitsmarktfähigkeit bringen

Der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) betont, dass die duale Berufsbildung weder Selbstzweck noch ein Selbstläufer ist, sondern Arbeitsmarktfähigkeit bringen muss. Die Betriebe spielen dabei eine zentrale Rolle und sorgen durch ihre Ausbildungsbereitschaft und -qualität dafür, dass die Jugendlichen und Erwachsenen von einer tiefen Arbeitslosigkeit und einer hohen Bildungsrendite profitieren.

Es gilt dem System Sorge zu tragen und bei der Weiterentwicklung weniger auf politisch motivierte Forderungen, sondern noch stärker auf die Arbeitsmarktfähigkeit zu setzen. Der SAV fordert, dass das Gesamtsystem im Fokus bleibt und die Berufsbildung weniger defizitorientiert kritisiert und nicht für politische Zwecke missbraucht wird. Das Berufs- und Branchenprinzip als tragende Säule des dualen Berufsbildungssystems gilt es zu fördern. Dagegen sind Stellvertreterdiskussionen zulasten der Berufsbildung zu vermeiden und die Zusammenarbeit in der Verbundpartnerschaft zu stärken.