Bei einem Abschluss der Höheren Berufsbildung soll der landessprachliche Titel zukünftig mit «Professional Bachelor» beziehungsweise «Professional Master» ergänzt werden. Dies ist eine der vier Massnahmen zur Stärkung der Höheren Berufsbildung, die in der Verbundpartnerschaft breit diskutiert wurden. Darauf basierend hat der Bundesrat das Paket dem Parlament beantragt. Der Ständerat hat die Vorlage gestern klar angenommen.
Ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Berufsbildungsabschlüsse
Mit der Befürwortung der Vorlage sind neben dem Bezeichnungsrecht für die höheren Fachschulen, der Möglichkeit auf Englisch zu prüfen sowie der Flexibilisierung der Nachdiplomstudiengänge, die Einführung von Titelzusätzen vorgesehen. Bei den Titelzusätzen spricht sich der Ständerat für den Minderheitsantrag I aus – gemäss dem ursprünglichen Antrag des Bundesrates. Dieser beinhaltet, dass der landessprachliche Abschlusstitel einer eidgenössischen Berufsprüfung und diejenigen eines eidgenössisch anerkannten Bildungsgangs einer Höheren Fachschule durch den Titelzusatz «Professional Bachelor» ergänzt werden können. Bei der Höheren Fachprüfung kann der Titelzusatz «Professional Master» verwendet werden.
Der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) begrüsst diesen Entscheid, da er ein wichtiges Signal zur Stärkung der höheren Berufsbildung setzt und die Gleichwertigkeit ihrer Abschlüsse mit anderen Tertiär-Abschlüssen anerkennt. Eine kürzlich veröffentlichte Studie von BSS zeigt auf, dass die Bildungsrendite von Absolventinnen und Absolventen einer höheren Fachschule im Durchschnitt höher ist als bei einem Fachhochschulabschluss. Auch Längsschnittstudien des Bundesamts für Statistik belegen, dass Absolvierende der höheren Berufsbildung ein ähnliches Einkommensniveau wie Hochschulabsolventen erreichen. Absolvierende der höheren Berufsbildung sind daher gesuchte Fachkräfte, deren Titel zurecht die Gleichwertigkeit gegenüber Hochschulabschlüssen signalisieren. Die Titelzusätze sind zudem begrüssenswert, weil sie die internationale Anerkennung, Verständlichkeit und Wertschätzung der schweizerischen Höheren Berufsbildung insgesamt stärken.
Ein starkes Zeichen zugunsten der Verbundpartnerschaft
Der Antrag des Bundesrats ist das Resultat eines mehrjährigen und breit abgestützten Prozesses, in dem die Verbundpartner der Berufsbildung sowie weitere Bildungskreise mehrfach in Arbeitstagungen und Vernehmlassungen eingebunden wurden. Für den SAV ist dies der richtige Weg, damit breitabgestützte Kompromisse möglich werden. Damit lassen sich Lösungen für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Akteure und der unterschiedlichen Branchen finden. Entsprechend ist dieses verbundpartnerschaftliche Vorgehen auch in Zukunft zur Weiterentwicklung der Berufsbildung zu verfolgen.
Vorlage kommt nun in den Nationalrat
Nachdem der Ständerat sich mit dem Massnahmenpaket auseinandergesetzt hat, wird sich in den kommenden Monaten der Nationalrat mit dem Antrag befassen. Der Schweizerische Arbeitgeberverband begrüsst die möglichst rasche Behandlung des politischen Geschäfts, eine zeitnahe Umsetzung kommt der Berufsbildung und letztlich auch der Wirtschaft zugute.