Bildung

PISA 2025 bestätigt Handlungsbedarf bei den Grundkompetenzen

Die Kompetenzen der Jugendlichen in Lesen und Mathematik gehen weiter zurück. Dies bestätigen die heute veröffentlichten PISA-Ergebnisse 2025 und deckt sich mit den Erfahrungen der Lehrbetriebe, wie eine kürzlich publizierte Umfrage der Wirtschaftsverbände zeigte. Für den Schweizerischen Arbeitgeberverband ist klar: Die Grundkompetenzen der Jugendlichen müssen wieder stärker ins Zentrum rücken, denn sie bilden die Grundlage für erfolgreiche Bildungsabschlüsse, die Fachkräftesicherung und die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz.

Die heute veröffentlichten PISA-Ergebnisse 2025 zeigen, dass die Leistungen der Jugendlichen insbesondere in den Bereichen Lesen und Mathematik weiter zurückgehen. Die Schweiz erzielt zwar weiterhin überdurchschnittliche Resultate, die Kompetenzen der Jugendlichen nehmen jedoch seit Jahren ab. Die gute internationale Rangierung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Trend im eigenen Bildungssystem negativ ist.  Dies ist in zweierlei Hinsicht enttäuschend: Die Schweiz sollte sich nach wie vor an den Besten orientieren und nicht am Durchschnitt; entscheidend ist zudem nicht primär die relative Position, sondern die Entwicklung im eigenen Bildungssystem.

Warnsignal wird aus verschiedenen Richtungen bestätigt

Die neusten PISA-Ergebnisse decken sich mit den Erkenntnissen des Bildungsberichtes Schweiz 2026 und den Erfahrungen der Lehrbetriebe. Eine kürzlich von den Wirtschaftsverbänden durchgeführte Umfrage zeigt: Ein grosser Teil der Unternehmen beobachtet bei ihren Lernenden erhebliche Defizite in den Grundkompetenzen. Besonders kritisch beurteilt werden die Schreibkompetenzen sowie zentrale mathematische Fähigkeiten. Viele Betriebe stellen seit fünf bis zehn Jahren eine kontinuierliche Verschlechterung fest.

Die verschiedenen Befunde weisen damit in dieselbe Richtung: Die Grundkompetenzen vieler Jugendlicher nehmen seit Jahren ab. Für den Schweizerischen Arbeitgeberverband (SAV) ist dies besorgniserregend. Denn Grundkompetenzen sind nicht nur für den Bildungserfolg entscheidend, sondern auch für die Fachkräftesicherung und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Schweiz.

Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz basiert auf Humankapital

Bildung und Qualifikationen gehören zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren der Schweiz und sind zentrale Voraussetzungen für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Die Qualität des Bildungssystems entscheidet wesentlich darüber, ob genügend qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen und junge Menschen erfolgreich in die Berufsbildung und den Arbeitsmarkt einsteigen können.

Schwächere Grundkompetenzen bleiben deshalb nicht folgenlos. Viele Ausbildungsbetriebe investieren zunehmend Zeit und Ressourcen, um Kompetenzlücken bei Lernenden zu schliessen. Damit werden Herausforderungen, die bereits am Ende der obligatorischen Schulzeit sichtbar sind, zunehmend in die Berufsbildung verlagert. Die daraus entstehenden Zusatzaufwände verursachen reale Kosten für die Unternehmen.

Wenn sich dieser Trend fortsetzt, könnte dies langfristig die Ausbildungsbereitschaft einzelner Unternehmen beeinträchtigen. Bereits jetzt geben einige Unternehmen an, aufgrund dieser Entwicklung weniger Lernende auszubilden oder ausbilden zu wollen. Die Berufsbildung lebt davon, dass Betriebe freiwillig dazu bereit sind, die Ausbildung des Nachwuchses zu übernehmen. Diese Bereitschaft darf nicht durch stetig steigende Zusatzaufwände gefährdet werden.

Bund und Kantone sind gefordert

Aus Sicht des SAV ist es deutlich wirksamer, Grundkompetenzen bereits während der obligatorischen Schulzeit gezielt zu stärken, als Defizite erst später in der Berufsbildung auffangen zu müssen. Bund und Kantone sind deshalb gefordert, die Ursachen der rückläufigen Leistungen konsequent zu analysieren und wirksame Massnahmen zu ergreifen. Ein Schönreden der Entwicklung hilft nicht weiter. Wer das gemeinsame bildungspolitische Ziel verfolgt, dass 95 Prozent der jungen Erwachsenen einen Abschluss auf Sekundarstufe II erreichen, muss die Voraussetzungen dafür schaffen, dass gerade auch schulisch schwächere Schülerinnen und Schüler die Volksschule mit den dafür notwendigen Grundkompetenzen verlassen. Andernfalls drohen die zusätzlichen Belastungen für die Ausbildungsbetriebe zuzunehmen und damit langfristig auch die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen zu gefährden.