Schweizer Berufsbildungsabschlüsse international vergleichbarer machen: Anhörung läuft

16. Februar 2012,  News

Die Anhörung zur Verordnung über den nationalen Qualifikationsrahmen für Abschlüsse der Berufsbildung ist eröffnet und dauert bis zum 15. Mai 2012. Die Verordnung soll Voraussetzungen schaffen, um Schweizer Berufsbildungsabschlüsse international besser zu positionieren und vergleichbarer zu machen.

Der Bundesrat setzte sich 2010 in seiner internationalen Strategie für Bildung, Forschung und Innovation das Ziel, die Vergleichbarkeit von Schweizer Berufsbildungsabschlüssen im Arbeitsmarkt zu verbessern und deren Wert international bekannt zu machen. Als Instrumente dazu dienen ein nationaler Qualifikationsrahmen (NQR-CH) und Diplomzusätze. Damit sollen die Transparenz von Schweizer Berufsbildungsabschlüssen und die Chancen von Personen mit einem Berufsbildungsabschluss bei Bewerbungen im In- und Ausland erhöht werden, teilt das Eidg. Volkswirtschaftsdepartement (EVD) mit.

Arbeitgeberverband mit Stellungnahme
Das EVD hat einen entsprechenden Verordnungsentwurf in die Anhörung geschickt, die bis am 15. Mai 2012 dauert. Der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) wird die Meinungen seiner Mitgliedverbände einholen und eine konsolidierte Stellungnahme in diesem für die Berufsbildung wichtigen Thema einreichen.

Der nationale Qualifikationsrahmen ist ein Raster, der aus acht Niveaus besteht. Jeder formale Berufsbildungsabschluss (eidgenössisches Berufsattest, Fähigkeitszeugnis, Fachausweis, Diplom) wird künftig einem dieser acht Niveaus zugeteilt. Zusätzlich wird zu jedem Abschluss ein Diplomzusatz abgegeben. Dank diesem sollen Arbeitgeber die fachlichen Kompetenzen der Absolventinnen und Absolventen leichter einschätzen können. Die Einführung der neuen Instrumente hat keine Auswirkungen auf das Schweizer Berufsbildungssystem; die Abschlüsse und Titel bleiben unverändert.

Berufsbildung international stärken
Nationale Qualifikationsrahmen werden zurzeit in allen EU-Ländern und in einigen aussereuropäischen Ländern entwickelt. Sie sind Teil des so genannten Kopenhagen-Prozesses, den die Europäische Union lanciert hat. Damit sollen die Berufsbildung gestärkt und die Mobilität von Arbeitnehmenden gefördert werden.