Ab 2026 weist die AHV ein negatives Umlageergebnis auf und das Finanzierungsproblem lässt sich nicht mehr leugnen auf. Dies zeigen die heute veröffentlichten Finanzperspektiven der AHV klar und deutlich auf. Zwar fallen die Umlagedefizite aufgrund von demografischen und wirtschaftlichen Entwicklungen weniger hoch aus, als befürchtet. Trotzdem bleiben sie weiterhin klar negativ – mit laufend steigendem Defizit, sofern keine Massnahmen getroffen werden. Die Ausgangslage bleibt also besorgniserregend. Bereits im Jahr 2030 ist im Referenzszenario mit einem Defizit von rund 1,9 Milliarden Franken zu rechnen, das bis 2035 auf über 4 Milliarden Franken anwächst. Diese Entwicklung macht deutlich, dass die erste Säule weiterhin nicht auf stabilen Pfeilern steht.
Erschwerend kommt die Auszahlung der 13. AHV-Rente ab 2026 hinzu. Für die Arbeitgeber ist klar: Es braucht dringend und zwingend eine nachhaltige Finanzierungslösung für diese zusätzlichen Kosten. Ein Verschieben oder Abwarten verschärft die strukturellen Probleme der Altersvorsorge nur weiter. Aus Sicht des Schweizerischen Arbeitgeberverbands kann eine solche Lösung einzig über eine befristete Erhöhung der Mehrwertsteuer erfolgen. Damit wird die Last breit getragen – auch von jenen, die direkt von der beschlossenen AHV-Rente profitieren – und die Wettbewerbsfähigkeit des Werkplatzes Schweiz wird nicht zusätzlich durch höhere Lohnnebenkosten geschwächt. Weiter führt langfristig kein Weg an einer generellen Erhöhung des Referenzalters oder strukturellen Reformen mit ähnlicher Wirkung vorbei.
Einen weiteren unnötigen Sozialausbau gilt es zu vermeiden. Allen voran die Volksinitiative zur Aufhebung des Ehegatten-Plafonds bei der AHV-Rente. Denn diese würde erneut mit 3,6 bis 4,1 Milliarden Franken jährlich zu Buche schlagen. Gleichzeitig zeigen die Prognosen zur Invalidenversicherung (IV) eine zunehmend schwierige Lage, die ebenfalls politisches Handeln erfordert: Besonders der Anstieg der Neurenten bei jüngeren Versicherten ist besorgniserregend und verlangt eine vertiefte Analyse sowie wirksame Massnahmen.