Endlich mehr administrative Entlastung für Unternehmen
Der Bundesrat hat sich zu weiteren administrativen Erleichterungen für Unternehmen bei der AHV durchgerungen. Versicherte Personen erhalten ihren Versicherungsausweis neu nur noch auf Anfrage. Die Arbeitgeber begrüssen diesen überfälligen Schritt des Bundesrats.
| Barbara Zimmermann-Gerster
Der Bundesrat hat den automatischen Versand des AHV-Versicherungsausweises an die Versicherten aufgehoben und kommt damit einer vor längerer Zeit formulierten Forderung der Arbeitgeber nach. Die Informationen auf dem Versicherungsausweis finden sich ebenfalls auf der von den Krankenversicherungen ausgestellten Versichertenkarte. Ein AHV-Versicherungsausweis ist daher an sich überflüssig. Die Versicherten haben aber die Möglichkeit, auf eigenen Wunsch einen Ausweis zu beantragen. Die Aufhebung des automatischen Versands senkt die Zahl der ausgestellten Ausweise und somit die administrativen Unkosten der Ausgleichskassen.
Der Schweizerische Arbeitgeberverband begrüsst den eingeschlagenen Weg bei der Reform der Hinterlassenenrenten. Gleichzeitig unterstützt er, dass die Auswirkungen der vom Nationalrat beschlossenen massiven Ausbauvorhaben insbesondere im Behindertengleichstellungsgesetz vertieft untersucht werden. Die neuen Verpflichtungen für Arbeitgeber drohen unverhältnismässige Kosten, Rechtsunsicherheit und Bürokratie zu verursachen, was Inklusion mehr hemmt als fördert. Hier erwarten die Arbeitgeber eine deutliche Korrektur.
Wenn über Arbeitgeberpolitik gesprochen wird, geht es oft um Rahmenbedingungen, Regulierung und Wettbewerbsfähigkeit. Das ist wichtig. Aber ein funktionierender Arbeitsmarkt besteht nicht nur aus guten Rahmenbedingungen. Entscheidend ist, ob Menschen tatsächlich die Chance erhalten, ihre Fähigkeiten einzubringen.
Eine neue Studie des Bundesamts für Sozialversicherungen untersucht, wie die berufliche Wiedereingliederung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in den ersten Arbeitsmarkt verbessert werden kann. Sie zeigt: Arbeitgeber engagieren sich stark, benötigen aber eine konsequentere fachliche Unterstützung durch die IV. Entscheidend sind eine bessere Zusammenarbeit mit den behandelnden Fachpersonen sowie individuelle und betrieblich tragfähige Lösungen.
Der Nationalrat hat zwei Kommissionsinitiativen der SGK-N Folge gegeben, die den Sparbeginn in der beruflichen Vorsorge vorziehen, beziehungsweise die heutigen vier Gutschriftensätze auf zwei reduzieren wollen. Aus Sicht des Arbeitgeberverbands ist das Anliegen dahinter zwar nachvollziehbar, darf aber nicht gesondert angegangen werden, sondern muss in eine umfassende Betrachtung eingebettet werden. Werden Parameter in der beruflichen Vorsorge isoliert verändert, droht das System in Schieflage zu geraten, ohne dass ein klarer Mehrwert entsteht.