Schweizerischer Arbeitgeberverband

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Dossier

Projekt «Attraktivität der Berufsbildung»

Die duale Berufsbildung ist ein tragender Pfeiler des Schweizer Arbeitsmarkts. Wichtig sind eine bewusste Förderung und eine evidenzbasierte Diskussion über ihre Weiterentwicklung – nur so bleibt sie zukunftsfähig.

Schweizer Erfolgsmodell mit langer Tradition

Die Berufsbildung in ihrer heutigen, institutionellen Form ist ein Schweizer Erfolgsmodell mit einer langen, rund 150-jährigen Tradition. Die Entstehung der heutigen dualen Berufsbildung geht insbesondere auf verschiedene Wirtschafts- und Berufsverbände zurück, deren Anliegen von der öffentlichen Hand nicht nur angehört, sondern auch umgesetzt und bewusst mitgetragen wurden. Ein besonderes Merkmal der Schweizer Berufsbildung ist es, dass die grosse Mehrheit der Jugendlichen, sprich zwei Drittel, diesen Bildungsweg wählt und das Engagement der Betriebe in der Berufsbildung freiwillig ist. Die enge Verbindung von Lernen und Arbeiten erleichtert den Übergang ins Erwerbsleben und stellt sicher, dass die erworbenen Kompetenzen den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes entsprechen.

Attraktivität der Berufsbildung weiter steigern

Trotz ihrer Erfolge steht die Berufsbildung seit einigen Jahren verstärkt im Fokus bildungspolitischer Diskussionen. Im Rahmen des Projekts «Attraktivität der Berufsbildung» werden verschiedene Massnahmen geprüft, welche die Wahrnehmung und Positionierung der Berufsbildung stärken sollen. Der SAV unterstützt das Ziel, die Berufsbildung noch attraktiver zu machen. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass Reformen auf einer fundierten Analyse beruhen müssen. Die hohe Attraktivität der Berufsbildung ergibt sich in erster Linie aus ihren Stärken: Praxis- und Arbeitsmarktnähe, Durchlässigkeit, eine tiefe Jugendarbeitslosigkeit und vielfältige Karriereperspektiven.

Berufsbildung stärken – faktenbasiert und praxisnah

Für den SAV steht im Zentrum, die Berufsbildung auf der Grundlage von Fakten und belastbaren Erkenntnissen weiterzuentwickeln. Der Verband setzt sich dafür ein, dass die Gleichwertigkeit der Bildungswege gestärkt, bewusstere Bildungsentscheide gefördert und die Leistungen der Berufsbildung sichtbarer gemacht werden. Gleichzeitig gilt es, die hohe Praxisnähe des Systems zu bewahren und die Verbundpartnerschaft zwischen Wirtschaft, Bund und Kantonen zu stärken. Die Berufsbildung soll auch künftig attraktive Perspektiven für Jugendliche und Erwachsene bieten sowie den Unternehmen die Fachkräfte bereitstellen, die sie benötigen.

Unsere Position

  • Argument #1

    Die Berufsbildung arbeitsmarktnah weiterentwickeln

    Die Stärke der dualen Berufsbildung liegt in ihrer engen Verbindung mit der Arbeitswelt: Ausbildungsinhalte und Qualifikationsverfahren werden von den Organisationen der Arbeitswelt unter Einbezug der Betriebe entwickelt und laufend an neue Anforderungen angepasst. So entstehen Qualifikationen, die den Bedürfnissen des Arbeitsmarkts entsprechen und langfristige Beschäftigungsperspektiven bieten.

  • Argument #2

    Die Gleichwertigkeit der Bildungswege stärken

    Die Berufsbildung ist dem allgemeinbildenden Weg gleichwertig und eröffnet attraktive Karriereperspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten. Bund, Kantone und Wirtschaft sind gefordert, ihre Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten sichtbarer zu machen. Junge Menschen sollen ihren Bildungsweg bewusst aufgrund iihrer Interessen, Stärken, Schwächen und Perspektiven wählen.

  • Argument #3

    Die Berufsbildung faktenbasiert weiterentwickeln

    Die Weiterentwicklung der Berufsbildung soll auf Evidenz, Best-Practices und den tatsächlichen Bedürfnissen der Arbeitswelt beruhen. Reformen müssen die Stärken des bestehenden Systems bewahren und dessen Attraktivität nachhaltig sichern. Diese lässt sich nicht über pauschale Regulierungen wie mehr Ferien steuern.

  • Argument #4

    Lehrbetriebe stärken statt belasten

    Die Ausbildungsbetriebe sind das Fundament der dualen Berufsbildung. Damit sie auch in die Ausbildung junger Menschen investieren können, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, vertretbare Kosten-Nutzen Verhältnisse und möglichst geringe administrative Hürden. Die Ausbildung von Lernenden muss sich für die Betriebe heute, morgen und übermorgen lohnen, damit sie Lehrstellen anbieten.

  • Argument #5

    Grundkompetenzen frühzeitig fördern

    Die Attraktivität der Berufsbildung hängt auch davon ab, ob Jugendliche die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung mitbringen. Kantone und Gemeinden sind gefordert, Grundkompetenzen, digitale Kompetenzen und Soft Skills frühzeitig zu fördern. Dies verbessert die Chancen der Jugendlichen für den formellen Abschluss und erhöht gleichzeitig das Potenzial der zukünftigen Fachkräfte.

Nur eine evidenzbasierte, branchenspezifische und verbundpartnerschaftliche Weiterentwicklung sichert langfristig Qualität und Attraktivität der Berufsbildung.»

Ihre Ansprechperson

Nicole Meier

Ressortleiterin Bildung und Berufliche Aus- und Weiterbildung

nicole.meier@arbeitgeber.ch