Der Schweizerische Gewerkschaftsbund verlangt eine Verschärfung der Flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit: Neben einem massiven Ausbau der Kontrollen und einer besseren Bekämpfung der Scheinselbständigkeit fordert er u.a. neue Kündigungsschutz-Bestimmungen, mehr Normalarbeitsverträge mit Mindestlöhnen und die Übernahme von EU-Richtlinien. Der Schweizerische Arbeitgeberverband steht zu einer konsequenten Umsetzung der bestehenden Flankierenden Massnahmen, wendet sich aber gegen die drohende Überregulierung der Arbeitsverhältnisse mit ausländischen Arbeitskräften.
Die nationalrätliche Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur erhöhte den Zahlungsrahmen und Verpflichtungskredit für die Berufsbildung und damit den Bundesanteil der Berufsbildungskosten der öffentlichen Hand auf 25%. Damit geht die Kommission über den Beitrag des Ständerats hinaus, was der Schweizerische Arbeitgeberverband begrüsst.
Bundesrat Johann Schneider-Ammann hat neue Anstrengungen gegen den Fachkräftemangel angekündigt. Bis Anfang 2012 soll ein entsprechender Massnahmenkatalog vorliegen.
Untersuchungen zeigen, dass der Mangel an Fachkräften und qualifiziertem Personal in der Schweiz zunimmt. Besonders betroffen sind die Bereiche Technik und Informationstechnologie respektive Industrie, Bau und Dienstleistungen. Die Zahl der Unternehmen, die Probleme bei der Rekrutierung melden, steigt. Bei einem anhaltenden Aufschwung könnte das zu Produktionsengpässen und Ertragsausfällen führen.
Gemäss dem ersten statistischen Sozialbericht der Schweiz funktioniert hierzulande die Absicherung gewichtiger sozialer Risiken wie Alter, Krankheit oder Invalidität. Gefährdet sind dagegen vor allem Menschen ohne Bildungs- oder Berufsabschluss.