«Bildung als Schlüssel für berufliche Mobilität»: Über dieses Thema tauschten sich Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung am ARBEITGEBERTAG 2018 aus. Zwar geniesst das Schweizer Bildungssystem einen hervorragenden Ruf. Retuschen sind jedoch in einer Zeit des dynamischen Wandels unvermeidlich.
Der Ruf der Schweiz, ein stabiles, zu klugen Kompromissen fähiges Land mit den traditionell tiefsten Streikzahlen in Westeuropa zu sein, darf nicht ramponiert werden. Leider hat die Verpflichtung auf diese Werte in der jüngsten Geschichte der Sozialpartnerschaft aufgrund verschiedenster Ereignisse gelitten. Nach einer Phase der «Verhärtung» besonders auf Branchenebene sind mit dem neuen GAV der MEM-Industrie inzwischen allerdings wieder Silberstreifen am Horizont erkennbar.
Es ist davon auszugehen, dass die Kontingente für erwerbstätige Spezialisten aus Drittstaaten wiederum nicht bis Ende Jahr reichen und es wie letztes Jahr zu einem Rückstau bei der Bewilligungserteilung kommt. Angesichts des absehbaren Bedarfs der Unternehmen für das Jahr 2019 ist deshalb eine Erhöhung auf mindestens 8500 Kontingente für Drittstaatenangehörige angezeigt. Dies kommt auch den inländischen Arbeitnehmenden zugute, zudem bleibt der Inländervorrang gewahrt.
In einer Ära von Polarisierung und Populismus muss sich die Sozialpartnerschaft wieder vermehrt dem traditionellen Dialog und Pragmatismus verpflichten. So wichtig eine verlässliche Sozialpartnerschaft für die Wirtschaft ist, so unentbehrlich ist eine vertrauensbildende Politik, die sich von einer falsch verstandenen Kompromisskultur abwendet. Im Mittelpunkt des diesjährigen ARBEITGEBERTAGS stand ausserdem, wie die Schweiz im Bildungswettbewerb fit bleibt.
Der Bundesrat hat seine Vorlage zur AHV-Reform in die Vernehmlassung geschickt. Mit ihrem Vorschlag rückt die Landesregierung weiterhin nicht davon ab, die strukturellen Probleme der AHV mit massiven Zusatzfinanzierungen zu übertünchen, statt sie an der Wurzel zu packen.
Der Bund soll während weiterer vier Jahre neue Angebote der familienergänzenden Kinderbetreuung finanziell unterstützen. Nach dem Nationalrat befürwortet dies auch die zuständige Kommission des Ständerats. Die Arbeitgeber begrüssen das Vorhaben ebenfalls als eine nachhaltig wirksame, sich refinanzierende Investition in die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.