Höhere Mindestlöhne in der Hauswirtschaft sind nicht gerechtfertigt
Der Normalarbeitsvertrag für Arbeitnehmende in der Hauswirtschaft wird per Anfang 2017 um weitere drei Jahre verlängert und die darin festgelegten Mindestlöhne werden leicht nach oben angepasst. Dieser Entscheid des Bundesrats ist nur teilweise nachvollziehbar, denn höhere Mindestlöhne lassen sich aus Arbeitgebersicht nicht rechtfertigen.
| Daniella Lützelschwab
Die Verordnung über den Normalarbeitsvertrag für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Hauswirtschaft (NAV Hauswirtschaft) gilt gemäss Bundesratsbeschluss für weitere drei Jahre. Bei ihrem Entscheid stützt sich die Landesregierung auf Kontrollen im Rahmen der flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit, wonach in den Jahren 2013 und 2014 die NAV-Mindestlöhne von 13 Prozent der kontrollierten Haushalte nicht eingehalten wurden. Auch der Schweizerische Arbeitgeberverband hat sich aus diesem Grund in seiner Vernehmlassungsantwort für die Verlängerung ausgesprochen.
Gleichzeitig mit der Verlängerung des Normalarbeitsvertrags für Arbeitnehmende mit hauswirtschaftlichen Tätigkeiten in Privathaushalten werden die darin festgelegten Mindestlöhne um insgesamt 1,9 Prozent erhöht. Entgegen der Argumentation des Bundesrats für höhere Mindestlöhne werden durch diesen Entscheid jedoch berechtigte Interessen anderer Branchen verletzt. So sind die neuen Mindestlöhne im NAV Hauswirtschaft etwa deutlich höher als vergleichbare Mindestlöhne im Gesamtarbeitsvertrag des Gastgewerbes. Ausserdem wäre aus Arbeitgebersicht eine Erhöhung auch deshalb nicht angezeigt gewesen, weil sich die Löhne in den letzten Jahren wegen der negativen Teuerung real bereits positiv entwickelt haben.
Ihre Ansprechperson
Daniella Lützelschwab
Ressortleiterin Arbeitsmarkt und Arbeitsrecht (inkl. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz)
Die durch das Bundesamt für Statistik veröffentlichten Daten zeigen, dass sich die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern auch 2024 weiter verringert haben. Dieser langfristige Trend deutet darauf hin, dass sich die Profile von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt zunehmend angleichen. Für den Schweizerischen Arbeitgeberverband bleibt entscheidend, dass die Debatte auf einer sachlichen Interpretation der Daten basiert.
Der Bundesrat sieht keinen Bedarf für ein allgemeines Obligatorium in der Krankentaggeldversicherung. Wie ein kürzlich veröffentlichter Bericht zeigt, verfügt bereits ein grosser Teil der Unternehmen über eine Krankentaggeldversicherung. Fälle, in denen ein Betrieb keine Versicherungsdeckung erhält, sind selten. Der Schweizerische Arbeitgeberverband begrüsst die Haltung des Bundesrats. Wichtig ist allerdings, dass Unternehmen, die eine Krankentaggeldversicherung abschliessen möchten, ein entsprechendes Angebot erhalten.
Als Sommerserie publiziert der Schweizerische Arbeitgeberverband einzelne Beiträge des kürzlich publizierten Jahresberichts in leicht gekürzter oder aktualisierter Form. Die Schweizer Sozialpartnerschaft setzt auf praxistaugliche Lösungen statt staatlicher Überregulierung. Ihre Stärke liegt in der Nähe zum…
Das Sekretariat der Wettbewerbskommission hat heute die Vernehmlassung zu seinem Merkblatt über Wettbewerbsabreden auf Arbeitsmärkten eröffnet. Der Schweizerische Arbeitgeberverband wird den vorliegenden Entwurf prüfen und sich im Rahmen der Vernehmlassung einbringen.