Ja zum NAV – Nein zu höheren Mindestlöhnen in der Hauswirtschaft
Der Normalarbeitsvertrag (NAV) für Arbeitnehmende mit hauswirtschaftlichen Tätigkeiten in Privathaushalten ist um weitere drei Jahre zu verlängern, um der Gefahr erhöhten Lohndrucks in dieser Branche zu begegnen. Nicht rechtfertigen lässt sich indes eine Erhöhung der im NAV festgeschriebenen Mindestlöhne.
| Daniella Lützelschwab
Arbeitsverhältnisse in der Hauswirtschaft sind in einem Normalarbeitsvertrag mit Mindestlöhnen geregelt. Dieser sogenannte NAV Hauswirtschaft soll nun um weitere drei Jahre ab Anfang 2017 verlängert werden. Ausserdem sollen die darin festgeschriebenen Mindestlöhne erhöht werden.
Nicht gerechtfertigt ist allerdings eine Erhöhung der Mindestlöhne in dieser Branche. Zum einen ist die teuerungsangepasste Reallohnentwicklung positiv: Seit Inkrafttreten des Normalarbeitsvertrags für Arbeitnehmende in der Hauswirtschaft ist die Teuerung um 2,1 Prozent gefallen, und die Teuerungsprognose für 2017 beträgt lediglich 0,3 Prozent. Zum anderen würde eine weitere Erhöhung der Mindestlöhne in der Hauswirtschaft dazu führen, dass diese im Vergleich zu anderen Branchen, insbesondere dem Gastgewerbe, unverhältnismässig hoch ausfallen.
Ihre Ansprechperson
Daniella Lützelschwab
Ressortleiterin Arbeitsmarkt und Arbeitsrecht (inkl. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz)
Die durch das Bundesamt für Statistik veröffentlichten Daten zeigen, dass sich die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern auch 2024 weiter verringert haben. Dieser langfristige Trend deutet darauf hin, dass sich die Profile von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt zunehmend angleichen. Für den Schweizerischen Arbeitgeberverband bleibt entscheidend, dass die Debatte auf einer sachlichen Interpretation der Daten basiert.
Der Bundesrat sieht keinen Bedarf für ein allgemeines Obligatorium in der Krankentaggeldversicherung. Wie ein kürzlich veröffentlichter Bericht zeigt, verfügt bereits ein grosser Teil der Unternehmen über eine Krankentaggeldversicherung. Fälle, in denen ein Betrieb keine Versicherungsdeckung erhält, sind selten. Der Schweizerische Arbeitgeberverband begrüsst die Haltung des Bundesrats. Wichtig ist allerdings, dass Unternehmen, die eine Krankentaggeldversicherung abschliessen möchten, ein entsprechendes Angebot erhalten.
Als Sommerserie publiziert der Schweizerische Arbeitgeberverband einzelne Beiträge des kürzlich publizierten Jahresberichts in leicht gekürzter oder aktualisierter Form. Die Schweizer Sozialpartnerschaft setzt auf praxistaugliche Lösungen statt staatlicher Überregulierung. Ihre Stärke liegt in der Nähe zum…
Das Sekretariat der Wettbewerbskommission hat heute die Vernehmlassung zu seinem Merkblatt über Wettbewerbsabreden auf Arbeitsmärkten eröffnet. Der Schweizerische Arbeitgeberverband wird den vorliegenden Entwurf prüfen und sich im Rahmen der Vernehmlassung einbringen.