Weiterer Schritt für eine bessere berufliche Eingliederung
Die Arbeitgeber erhalten bei der beruflichen Eingliederung künftig mehr Support. Neu sind die IV-Stellen explizit damit betraut, die Arbeitgeber zu beraten, zu schulen und zu begleiten. Die Unterstützung ist aus Sicht der Arbeitgeber wertvoll. Ihr Engagement und die steten Systemverbesserungen zahlen sich nämlich aus. Nun müssen weitere Massnahmen auf Gesetzesebene folgen.
| Barbara Zimmermann-Gerster
Der Bundesrat will die berufliche Eingliederung von psychisch beeinträchtigten Menschen weiter stärken. Das bedeutet auch mehr Support für die Arbeitgeber und deren Engagement. Künftig sind die IV-Stellen explizit damit betraut, Arbeitgeber zu beraten, zu schulen und zu begleiten. Ziel: eine bessere Früherkennung psychischer Probleme am Arbeitsplatz. Daneben sollen die Integrationsmassnahmen besser greifen, indem sie bei Bedarf verlängert werden können.
Das Engagement der Arbeitgeber und die steten Systemverbesserungen zahlen sich aus. Zwischen 2003 und 2013 ging die Zahl der IV-Neurenten um mehr als die Hälfte zurück. Und innerhalb der letzten 10 Jahre hat sich das Verhältnis zwischen Neurenten und Eingliederungsmassnahmen umgekehrt. Allein 2012 erhielten 6000 Menschen mit gesundheitlichen Problemen eine neue berufliche Chance. Auch der Schweizerische Arbeitgeberverband und seine Mitglieder engagieren sich dafür, dass beeinträchtigte Menschen arbeitsmarktfähig bleiben. So ist der SAV Mitträger der Praxis-Plattform «Compasso» und des Think-Tanks «Früherfassung und Reintegration» – beides Initiativen, die dem Grundsatz «Arbeit vor Rente» folgen.
Die bundesrätlichen Schritte zielen deshalb in die richtige Richtung. Nun müssen weitere Massnahmen auf Gesetzesebene folgen. Gemeint ist die Umsetzung aller Integrationsmassnahmen, wie sie die IV-Revision 6b vorgesehen hatte. Das Parlament hat dem Bundesrat den ensprechenden Auftrag jedenfalls erteilt.
Ihre Ansprechperson
Barbara Zimmermann-Gerster
Ressortleiterin Sozialpolitik und Sozialversicherungen
Der Schweizerische Arbeitgeberverband begrüsst den eingeschlagenen Weg bei der Reform der Hinterlassenenrenten. Gleichzeitig unterstützt er, dass die Auswirkungen der vom Nationalrat beschlossenen massiven Ausbauvorhaben insbesondere im Behindertengleichstellungsgesetz vertieft untersucht werden. Die neuen Verpflichtungen für Arbeitgeber drohen unverhältnismässige Kosten, Rechtsunsicherheit und Bürokratie zu verursachen, was Inklusion mehr hemmt als fördert. Hier erwarten die Arbeitgeber eine deutliche Korrektur.
Wenn über Arbeitgeberpolitik gesprochen wird, geht es oft um Rahmenbedingungen, Regulierung und Wettbewerbsfähigkeit. Das ist wichtig. Aber ein funktionierender Arbeitsmarkt besteht nicht nur aus guten Rahmenbedingungen. Entscheidend ist, ob Menschen tatsächlich die Chance erhalten, ihre Fähigkeiten einzubringen.
Eine neue Studie des Bundesamts für Sozialversicherungen untersucht, wie die berufliche Wiedereingliederung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in den ersten Arbeitsmarkt verbessert werden kann. Sie zeigt: Arbeitgeber engagieren sich stark, benötigen aber eine konsequentere fachliche Unterstützung durch die IV. Entscheidend sind eine bessere Zusammenarbeit mit den behandelnden Fachpersonen sowie individuelle und betrieblich tragfähige Lösungen.
Der Nationalrat hat zwei Kommissionsinitiativen der SGK-N Folge gegeben, die den Sparbeginn in der beruflichen Vorsorge vorziehen, beziehungsweise die heutigen vier Gutschriftensätze auf zwei reduzieren wollen. Aus Sicht des Arbeitgeberverbands ist das Anliegen dahinter zwar nachvollziehbar, darf aber nicht gesondert angegangen werden, sondern muss in eine umfassende Betrachtung eingebettet werden. Werden Parameter in der beruflichen Vorsorge isoliert verändert, droht das System in Schieflage zu geraten, ohne dass ein klarer Mehrwert entsteht.