«Die Initiative unterstützt die Falschen»

Den Rentnern in der Schweiz geht es so gut wie noch nie. Trotzdem will die Initiative «AHVplus» zehn Prozent höhere Renten. Im Streitgespräch debattieren Martin Kaiser, Ressortleiter Sozialpolitik beim Schweizerischen Arbeitgeberverband, und Doris Bianchi, zuständig für Sozialversicherungen und Alterspolitik beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund, im Magazin «Blickpunkt KMU» über das Volksbegehren, das im September zur Abstimmung kommt.

Die AHV ist das wichtigste Sozialwerk der Schweiz und es gilt anzuerkennen, was bezüglich sozialer Sicherheit in den letzten Jahrzehnten geschaffen wurde. Auch wer früher ein bescheideneres Einkommen hatte, bekommt eine anständige Rente: Nur gut zwei Prozent (ohne IV-Bezüger) der Rentnerinnen und Rentner brauchen Ergänzungsleistungen. 15 Prozent der Rentner sind Vermögensmillionäre, Tendenz steigend. «Genau diesen will die Initiative mit der Giesskanne jetzt noch zehn Prozent mehr AHV geben», sagt Martin Kaiser. Mit der Initiative müsste in der AHV-Kasse im Jahr 2030 ein Minus von 13 Milliarden Franken gestopft werden, und die am wenigsten Priviligierten hätten Ende Monat noch ein Loch im Portemonnaie. «Wir wollen keine ruinösen Abenteuer mit unserer AHV, sondern eine rasche Reform, welche die Renten in der ersten und zweiten Säule trotz der demografischen Entwicklung für viele Jahre auf dem heutigen Niveau sichert», fordert Martin Kaiser.

Der Artikel ist im Magazin «Blickpunkt KMU» erschienen und in voller Länge als PDF verfügbar.