Nahtstellenbarometer 2026: Lehrstellenmarkt bleibt stabil, Besetzung teilweise anspruchsvoll
Der Schweizer Lehrstellenmarkt zeigt sich auch 2026 stabil. Die Unternehmen halten ihr Lehrstellenangebot weitgehend konstant und die grosse Mehrheit der Lehrstellen konnte bis im Sommer besetzt werden. Gleichzeitig bleibt die Besetzung offener Lehrstellen für einen Teil der Betriebe anspruchsvoll: Angebot und Nachfrage finden nicht immer zusammen.
Die berufliche Grundbildung bleibt für Jugendliche nach der obligatorischen Schule der wichtigste Bildungsweg. Dies bestätigen die jüngsten Hochrechnungen des Nahstellenbarometers 2026. Knapp die Hälfte der Jugendlichen startete direkt nach der obligatorischen Schule eine berufliche Grundbildung, rund ein Drittel entschied sich für eine allgemeinbildende Schule. Von den angebotenen Lehrstellen waren bis August 88 Prozent besetzt. Damit bestätigt sich die anhaltende Stabilität des Schweizer Lehrstellenmarkts.
Trotz des stabilen Lehrstellenmarkts finden Angebot und Nachfrage nicht immer zusammen. Etwas mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Unternehmen mit unbesetzten Lehrstellen nennt ungeeignete Bewerbungen als Grund für die Nichtbesetzung. Dabei spielen unter anderem ungenügende schulische Leistungen, sprachliche Defizite oder eine unklare Motivation der Bewerberinnen und Bewerber eine Rolle. Dies unterstreicht, wie wichtig ausreichende Grundkompetenzen und eine sorgfältige Berufswahl für einen erfolgreichen Übergang in die berufliche Grundbildung sind.
Gut vorbereitet in die Berufslehre
Erfreulich fällt auch der Blick auf die Jugendlichen aus, die eine Berufslehre beginnen. Die grosse Mehrheit (88 Prozent) fühlt sich gut über den Lehrstart informiert. Viele konnten zudem bereits vor dem Start erste Erfahrungen mit ihrem Lehrbetrieb sammeln. Besonders häufig haben sie ihre Berufsbildnerinnen und Berufsbildner kennengelernt, den Betrieb besucht oder Informationen zum ersten Arbeitstag erhalten.
Eine zentrale Rolle beim erfolgreichen Einstieg in die Berufslehre spielen die Berufsbildnerinnen und Berufsbildner. Sie begleiten die Jugendlichen im Ausbildungsalltag, vermitteln berufliche Kompetenzen und unterstützen sie dabei, zunehmend selbstständig Verantwortung zu übernehmen. Unterstützung bei dieser anspruchsvollen Aufgabe erhalten die Berufsbildnerinnen und Berufsbildner insbesondere innerhalb der Unternehmen: 64 Prozent der Betriebe setzen auf den firmeninternen Austausch, 37 Prozent auf Weiterbildungen.
Hohe Ausbildungsbereitschaft ist keine Selbstverständlichkeit
Die duale Berufsbildung lebt von Unternehmen, die bereit sind, in die Ausbildung des Berufsnachwuchses zu investieren. Dass die Betriebe ihr Lehrstellenangebot auch 2026 weitgehend stabil halten, ist deshalb ein wichtiges Signal. Diese hohe Ausbildungsbereitschaft ist jedoch keine Selbstverständlichkeit. Um sie langfristig zu sichern, braucht es attraktive Rahmenbedingungen für die Lehrbetriebe und möglichst wenig zusätzliche regulatorische Belastungen. Gleichzeitig müssen Jugendliche beim Eintritt in die Berufsbildung über ausreichende Grundkompetenzen verfügen. Fehlende schulische, sprachliche oder überfachliche Kompetenzen erhöhen den Ausbildungs- und Betreuungsaufwand in den Betrieben und können die Besetzung von Lehrstellen zusätzlich erschweren.
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Nicole Meier
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