Für ältere Erwerbstätige ist das Risiko, arbeitslos zu werden, in den letzten 20 Jahren nicht gestiegen. Für Frauen hat es sich sogar reduziert. Dies sind zwei zentrale Erkenntnisse einer Auswertung der Arbeitslosigkeit in der Schweiz, welche die Konjunkturforschungsstelle KOF durchgeführt hat.
Das Angebot an arbeitsmarktlichen Integrationsprogrammen für unterschiedliche Gruppen von Stellensuchenden ist breit. Bei einem Besuch mehrerer Programme des Schweizerischen Arbeiterhilfswerks erklärte Valentin Vogt, Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbands, gegenüber der NZZ, weshalb sich die Integrationsbemühungen sowohl aus gesellschaftlicher als auch unternehmerischer Sicht auszahlen.
Ein verantwortungsvoller Umgang mit ihren Mitarbeitern liegt Brigitte Breisacher, Unternehmensleiterin des Schrank- und Küchenbauers Alpnach Norm, am Herzen. Dazu gehört auch, dass ältere Arbeitnehmer ihre Belastung etwas reduzieren oder über das Rentenalter hinaus arbeiten können. Das kommt an: Der Betrieb beschäftigt 60 Prozent ältere Mitarbeiter.
Die Bildungskommission des Ständerates sieht in der Berufsbildung noch unausgeschöpfte Potenziale zur Deckung des Fachkräfte-Bedarfs. Sie plädiert für eine Förderung der Berufsbildung für Erwachsene, die noch über keinen beruflichen Abschluss verfügen. Der Schweizerische Arbeitgeberverband begrüsst diese Stossrichtung. Solche Weichenstellungen sind zweckdienlicher als generelle Qualifizierungsoffensiven in der beruflichen Grundbildung.
Bei der Kapag AG, die Spezialkarton für die Papier- und Grafikindustrie herstellt, arbeiten viele ältere Mitarbeitende. Es ist nicht aussergewöhnlich, dass auch bald 60-Jährige eine Stelle antreten. Der bevorstehende Generationenwechsel stellt aber eine Herausforderung dar, nicht zuletzt aufgrund der wirtschaftlich schwierigen Situation in der Papierindustrie.
Die Klärung des schweizerisch-europäischen Verhältnisses ist in den kommenden Jahren die zentralste politische Frage für die Schweiz. Der diesjährige ARBEITGEBERTAG stand denn auch ganz im Zeichen der Beziehungen zur EU und der davon abhängenden Arbeitgeberpolitik. An seiner Mitgliederversammlung verstärkte der Verband zudem seinen Vorstand mit vier weiteren Vertretern aus der Westschweiz.