Drittstaaten-Kontingente decken Bedarf der Wirtschaft kaum
Die jährlichen Höchstzahlen für hochqualifizierte Arbeitskräfte aus Ländern ausserhalb der EU/EFTA waren in den letzten Jahren – gemessen an der Nachfrage der Wirtschaft – zu tief angesetzt. Darauf reagiert zwar nun der Bundesrat und ermöglicht im kommenden Jahr immerhin 1000 zusätzlichen Drittstaaten-Angehörigen eine Bewilligung zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit in der Schweiz. Dies dürfte jedoch kaum ausreichen, um den Bedarf der Wirtschaft zu decken.
| Daniella Lützelschwab
Die Zahlen der Aufenthalts- und Kurzaufenthaltsbewilligungen für Erwerbstätige aus Drittstaaten steigen für das Jahr 2017 um je 500 auf 3000 bzw. 4500. Diese Erhöhung ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, dürfte mit Blick auf die Erfahrungen der letzten Jahre aber kaum genügen, um den Bedarf der Wirtschaft zu decken.
Die Unternehmen sind auf hochqualifizierte Spezialisten aus Drittstaaten angewiesen, die auf den Arbeitsmärkten der Schweiz und der EU/EFTA-Länder schlicht nicht in genügendem Ausmass vorhanden sind. Diese stehen denn auch nicht in Konkurrenz zu inländischen Arbeitskräften, sondern sind eine wichtige Stütze für die hiesige Wirtschaft und für viele Unternehmen zentral für den Erhalt ihres Standorts in der Schweiz. Da Hochqualifizierte häufig für Projektarbeiten in die Schweiz kommen, sind mit den weiterhin zu tief angesetzten Höchstzahlen ganze Projekte in Gefahr, an denen mitunter auch Schweizer Arbeitnehmende beteiligt sind.
Die durch das Bundesamt für Statistik veröffentlichten Daten zeigen, dass sich die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern auch 2024 weiter verringert haben. Dieser langfristige Trend deutet darauf hin, dass sich die Profile von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt zunehmend angleichen. Für den Schweizerischen Arbeitgeberverband bleibt entscheidend, dass die Debatte auf einer sachlichen Interpretation der Daten basiert.
Der Bundesrat sieht keinen Bedarf für ein allgemeines Obligatorium in der Krankentaggeldversicherung. Wie ein kürzlich veröffentlichter Bericht zeigt, verfügt bereits ein grosser Teil der Unternehmen über eine Krankentaggeldversicherung. Fälle, in denen ein Betrieb keine Versicherungsdeckung erhält, sind selten. Der Schweizerische Arbeitgeberverband begrüsst die Haltung des Bundesrats. Wichtig ist allerdings, dass Unternehmen, die eine Krankentaggeldversicherung abschliessen möchten, ein entsprechendes Angebot erhalten.
Als Sommerserie publiziert der Schweizerische Arbeitgeberverband einzelne Beiträge des kürzlich publizierten Jahresberichts in leicht gekürzter oder aktualisierter Form. Die Schweizer Sozialpartnerschaft setzt auf praxistaugliche Lösungen statt staatlicher Überregulierung. Ihre Stärke liegt in der Nähe zum…
Das Sekretariat der Wettbewerbskommission hat heute die Vernehmlassung zu seinem Merkblatt über Wettbewerbsabreden auf Arbeitsmärkten eröffnet. Der Schweizerische Arbeitgeberverband wird den vorliegenden Entwurf prüfen und sich im Rahmen der Vernehmlassung einbringen.