Verstärkte Zusammenarbeit in der beruflichen Eingliederung
Gemeinsam mit seinen Partnern hat Compasso einen Standardprozess für die berufliche Eingliederung entwickelt, um die Koordination der beteiligten Akteure zu verbessern. Zudem hat der Verein eine Mustervereinbarung zur Kostenteilung zwischen Arbeitgeber, Taggeldversicherung und Pensionskasse erarbeitet, um arbeitsunfähige Personen schnell in den Arbeitsprozess einzugliedern.
| Barbara Zimmermann-Gerster
Eine rasche berufliche Eingliederung liegt nicht nur im Interesse von arbeitsunfähigen Personen selbst, sondern auch von Arbeitgeber, Kranken- und Taggeldversicherungen sowie Vorsorgeeinrichtungen. Eine koordinierte Zusammenarbeit und standardisierte Abläufe in der Frühintervention tragen massgeblich dazu bei, den Arbeitsplatz zu erhalten. Deswegen hat der Verein Compasso mit seinen Partnern einen Standardprozess und eine Mustervereinbarung zur Kostenteilung zwischen Arbeitgeber, Krankentaggeldversicherungen und Pensionskassen entworfen.
Die Vereinbarung verbessert die Voraussetzungen, um die Dienste einer Fachperson in Anspruch nehmen zu können, welche die berufliche Eingliederung begleitet. Ein solches Case-Management wird vor allem dann notwendig, wenn sich die Invalidenversicherung nicht an Massnahmen der Frühintervention beteiligt. Die Mustervereinbarung unterstützt insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen, die über kein eigenes Gesundheitsmanagement verfügen.
Der Verein Compasso stellt Arbeitgebern diese neuen Instrumente nebst weiteren praxiserprobten Tools, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und konkreten Praxisbeispielen auf seiner Website zur Verfügung. Das Engagement der bei Compasso involvierten Akteure, darunter IV, Suva, Privatversicherer, Behinderten- und Eingliederungsorganisationen und Arbeitgeber, zahlt sich aus: Seit 2012 haben rund 94’000 Personen mit gesundheitlicher Beeinträchtigung ihre Arbeitsstelle behalten oder eine neue Stelle gefunden.
Ihre Ansprechperson
Barbara Zimmermann-Gerster
Ressortleiterin Sozialpolitik und Sozialversicherungen
Der Schweizerische Arbeitgeberverband begrüsst den eingeschlagenen Weg bei der Reform der Hinterlassenenrenten. Gleichzeitig unterstützt er, dass die Auswirkungen der vom Nationalrat beschlossenen massiven Ausbauvorhaben insbesondere im Behindertengleichstellungsgesetz vertieft untersucht werden. Die neuen Verpflichtungen für Arbeitgeber drohen unverhältnismässige Kosten, Rechtsunsicherheit und Bürokratie zu verursachen, was Inklusion mehr hemmt als fördert. Hier erwarten die Arbeitgeber eine deutliche Korrektur.
Wenn über Arbeitgeberpolitik gesprochen wird, geht es oft um Rahmenbedingungen, Regulierung und Wettbewerbsfähigkeit. Das ist wichtig. Aber ein funktionierender Arbeitsmarkt besteht nicht nur aus guten Rahmenbedingungen. Entscheidend ist, ob Menschen tatsächlich die Chance erhalten, ihre Fähigkeiten einzubringen.
Eine neue Studie des Bundesamts für Sozialversicherungen untersucht, wie die berufliche Wiedereingliederung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in den ersten Arbeitsmarkt verbessert werden kann. Sie zeigt: Arbeitgeber engagieren sich stark, benötigen aber eine konsequentere fachliche Unterstützung durch die IV. Entscheidend sind eine bessere Zusammenarbeit mit den behandelnden Fachpersonen sowie individuelle und betrieblich tragfähige Lösungen.
Der Nationalrat hat zwei Kommissionsinitiativen der SGK-N Folge gegeben, die den Sparbeginn in der beruflichen Vorsorge vorziehen, beziehungsweise die heutigen vier Gutschriftensätze auf zwei reduzieren wollen. Aus Sicht des Arbeitgeberverbands ist das Anliegen dahinter zwar nachvollziehbar, darf aber nicht gesondert angegangen werden, sondern muss in eine umfassende Betrachtung eingebettet werden. Werden Parameter in der beruflichen Vorsorge isoliert verändert, droht das System in Schieflage zu geraten, ohne dass ein klarer Mehrwert entsteht.