Höhere Berufsbildung braucht keine akademischen Titel
Im Ständerat fand das Ansinnen, in der höheren Berufsbildung analog zu den akademischen Titeln sogenannte «Professional Bachelor/Master» einzuführen, keine Mehrheit. Wie der Schweizerische Arbeitgeberverband hält auch die kleine Kammer – im Gegensatz zum Nationalrat – eine Titelangleichung für den falschen Weg, um die Abschlüsse der höheren Berufsbildung aufzuwerten.
| Nicole Meier
Nachdem der Nationalrat die Motion «Titeläquivalenz für die höhere Berufsbildung» angenommen hatte, folgte nun der Ständerat seiner vorberatenden Kommission und lehnte an die akademische Bildung angelehnte Titel für Abschlüsse der höheren Berufsbildung klar ab. Die Ratsmehrheit war der Ansicht, dass eine Veränderung der Titelsystematik nicht der richtige Weg ist, um die höhere Berufsbildung aufzuwerten. Auf Zustimmung stiess dagegen das Postulat der ständerätlichen Bildungskommission: Sie fordert damit vom Bundesrat einen Bericht mit einer Auslegeordnung sowie Vorschlägen, wie die Titel der höheren Berufsbildung im nationalen und internationalen Arbeitsmarkt besser positioniert werden können.
Diese Entscheide sind im Sinne des Schweizerischen Arbeitgeberverbands: Nicht nur, dass neue Titel zu Verwirrung bei Arbeitgebern wie Studierenden führen und die Profile zwischen akademischen und beruflichen Bildungswegen vermischen würden – anstatt sie zu schärfen. Es bestünde auch die Gefahr, dass sich die Institutionen der höheren Berufsbildung vermehrt an der Hochschul- anstelle der Arbeitswelt orientierten. Mit der geforderten Lagebeurteilung in der Titelfrage sollte es indes gelingen, ein besseres Verständnis für die Situation zu erhalten und allenfalls gezielte Verbesserungen bei Berufs-und Funktionstiteln sowie den entsprechenden Übersetzungen zu erreichen.
Ihre Ansprechperson
Nicole Meier
Ressortleiterin Bildung und Berufliche Aus- und Weiterbildung
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