Der Bundesrat setzt ab Mitte März neben Impfungen auf regelmässige Gratistests, um die Pandemie wirksam einzudämmen. Die Arbeitgeber begrüssen diese Testoffensive, die einen wichtigen Schritt zur Normalität darstellt. Die freiwilligen Tests in den Unternehmen müssen allerdings so ausgestaltet sein, dass sie für die Unternehmen nicht mit Zusatzkosten und einer grossen Zahl an Abwesenheiten verbunden sind.
Die vom Bundesrat angekündigten Lockerungen sind für die Wirtschaft ein Lichtblick, aber keine Kehrtwende. Dafür ist eine kohärente Politik notwendig, welche die Schäden des Lockdown auf Volksgesundheit und Wirtschaft umfassend einbezieht. Die Arbeitgeber haben mit ihrem Lockerungsplan, bei dem die Durchimpfung eine zentrale Steuerungsgrösse ist, die Richtung in vier Etappen vorgezeichnet.
Die Wirtschaftsdachverbände economiesuisse und Schweizerischer Arbeitgeberverband sowie zahlreiche Handelskammern, Branchenverbände und Unternehmen fordern vom Bundesrat einen Paradigmenwechsel: Anstatt die Corona-Pandemie mit harten und teilweise willkürlichen Verboten zu bekämpfen, soll der Bundesrat seine Entscheide künftig prinzipienbasiert und abhängig von der Durchimpfung der Bevölkerung fällen. Je mehr Menschen gegen das Virus immun sind, desto mehr wirtschaftliche und persönliche Freiheiten können und sollen wieder gewährt werden. Eine zentrale Rolle spielt die Eigenverantwortung.
Die beiden Wirtschaftsdachverbände economiesuisse und Schweizerischer Arbeitgeberverband haben sich heute in einer gemeinsamen Erklärung vor den Medien dezidiert für die rasche Klärung der noch offenen Punkte im Rahmenabkommen ausgesprochen. Auf der Basis der konkreten Gesprächsergebnisse zwischen Bern und Brüssel ist in einem zweiten Schritt eine Gesamtbeurteilung vorzunehmen. Gefragt sind jetzt rasche, konstruktive Gespräche, nicht voreilige Schlüsse.
Das wirtschaftliche Schadenpotenzial des vom Bundesrat verhängten Teil-Lockdowns ist immens. Der Bundesrat muss diesen Risiken mehr Gewicht geben und das Impfmanagement deutlich verbessern. Der Schweizerische Arbeitgeberverband und economiesuisse erwarten einen national koordinierten Impfplan und eine intensivierte Teststrategie.
Mit dem erstmals publizierten Beschäftigungsbarometer analysiert der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) den Arbeitsmarkt mittels eines vertieften Branchenvergleichs. Im Barometer spiegelt sich der Wirtschaftseinbruch je nach Branche unterschiedlich stark. Eine Erholung am Arbeitsmarkt hängt massgeblich vom weiteren Verlauf der Pandemie und der Widerstandskraft der Unternehmen ab.