Ständerat für staatliches Lohndiktat bei NAV-Verlängerungen
Bei der Änderung des Entsendegesetzes hat sich der Ständerat dafür ausgesprochen, dass Normalarbeitsverträge bei blossen Hinweisen auf wiederholte missbräuchliche Lohnunterbietungen verlängert werden können. Der konkrete Nachweis muss nicht erbracht werden. Der Schweizerische Arbeitgeberverband nimmt diesen Entscheid mit grossem Bedauern zur Kenntnis.
| Daniella Lützelschwab
Der Ständerat hat sich für den nationalrätlichen Antrag zu Art. 360a Abs. 3 Obligationenrecht (OR) entschieden. Diese Regelung erlaubt, Verlängerungen von Normalarbeitsverträgen (NAV) auch ohne stichhaltigen Beweis für wiederholte missbräuchliche Lohnunterbietungen aussprechen zu können. Allein der blosse Verdacht genügt. Der Ständerat ist damit nicht der Empfehlung seiner Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK-S) gefolgt, die vom Bundesrat vorgeschlagene Formulierung (16.029) zu übernehmen. Diese hätte sichergestellt, dass auch künftig der Nachweis von wiederholten Missbräuchen nötig bleibt, bevor eine NAV-Verlängerung ausgesprochen werden kann.
Der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) nimmt mit grossem Bedauern zur Kenntnis, dass der Ständerrat den Antrag des Nationalrats übernommen hat, NAV ohne Vorliegen nachweislicher Verstösse präventiv verlängern zu können. Die Festlegung von Mindestlöhnen via NAV stellt einen erheblichen Eingriff in die unternehmerische Autonomie bei der Lohnfindung dar. Blosse Hinweise genügen im Ermessen des SAV nicht, um ein solch staatliches Lohndiktat zu rechtfertigen.
Ihre Ansprechperson
Daniella Lützelschwab
Ressortleiterin Arbeitsmarkt und Arbeitsrecht (inkl. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz)
Die durch das Bundesamt für Statistik veröffentlichten Daten zeigen, dass sich die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern auch 2024 weiter verringert haben. Dieser langfristige Trend deutet darauf hin, dass sich die Profile von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt zunehmend angleichen. Für den Schweizerischen Arbeitgeberverband bleibt entscheidend, dass die Debatte auf einer sachlichen Interpretation der Daten basiert.
Der Bundesrat sieht keinen Bedarf für ein allgemeines Obligatorium in der Krankentaggeldversicherung. Wie ein kürzlich veröffentlichter Bericht zeigt, verfügt bereits ein grosser Teil der Unternehmen über eine Krankentaggeldversicherung. Fälle, in denen ein Betrieb keine Versicherungsdeckung erhält, sind selten. Der Schweizerische Arbeitgeberverband begrüsst die Haltung des Bundesrats. Wichtig ist allerdings, dass Unternehmen, die eine Krankentaggeldversicherung abschliessen möchten, ein entsprechendes Angebot erhalten.
Als Sommerserie publiziert der Schweizerische Arbeitgeberverband einzelne Beiträge des kürzlich publizierten Jahresberichts in leicht gekürzter oder aktualisierter Form. Die Schweizer Sozialpartnerschaft setzt auf praxistaugliche Lösungen statt staatlicher Überregulierung. Ihre Stärke liegt in der Nähe zum…
Das Sekretariat der Wettbewerbskommission hat heute die Vernehmlassung zu seinem Merkblatt über Wettbewerbsabreden auf Arbeitsmärkten eröffnet. Der Schweizerische Arbeitgeberverband wird den vorliegenden Entwurf prüfen und sich im Rahmen der Vernehmlassung einbringen.