Schweizerischer Arbeitgeberverband

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Sozialplanpflicht: Nationalrat folgt Ständerat auf die schiefe Ebene

Nach dem Ständerat hat nun auch der Nationalrat der Einführung einer Sozialplanpflicht für grössere Betriebe zugestimmt. Der Schweizerische Arbeitgeberverband bekämpfte diese Hypothek für die unternehmerischen Personalentscheide und befürchtet beschäftigungspolitische Schäden für die Schweiz.

Im Rahmen der Revision des Sanierungsrechts im Schuldbetreibungs- und Konkursrecht (SchKG) hat sich der Nationalrat dem Ständerat angeschlossen und der Einführung einer Sozialplanpflicht für Unternehmungen mit mindestens 250 Mitarbeitern zugestimmt. Wenn solche Unternehmen innert 30 Tagen mindestens 30 Arbeitnehmende entlassen, müssen sie nach den neuen Artikeln 335h bis 335k mit den Arbeitnehmenden einen Sozialplan aushandeln, das heisst Massnahmen festlegen, die Kündigungen vermeiden, deren Zahl beschränken sowie ihre Folgen mildern. Je nach der gesamtarbeitsvertraglichen Bindung der Unternehmung sind die Verhandlungen mit den Arbeitnehmerverbänden, den Arbeitnehmervertretungen oder direkt mit den Arbeitnehmenden zu führen. Können sich die Parteien nicht einigen, so muss ein Schiedsgericht den Sozialplan festsetzen. Dabei darf der Sozialplan jedoch den Fortbestand des Betriebs nicht gefährden.

Kritik des Schweizerischen Arbeitgeberverbands

Die Schweiz kennt heute keine gesetzliche Pflicht zur Erstellung eines Sozialplans, und diese Rechtslage hat sich sowohl für die Arbeitgeber wie für die Arbeitnehmer als vorteilhaft erwiesen. Das allein wäre für das Parlament Grund genug gewesen, die Sozialplanpflicht abzulehnen. Die Mehrheit des Nationalrats folgte jedoch dem Ständerat auf die schiefe Ebene und schlug die Warnungen des Schweizerischen Arbeitgeberverbands in den Wind. Dieser hatte die Neuerung konkret mit unter anderem folgenden Argumenten bekämpft:

Schädlicher Flexibilitätsverlust

Die mit der gesetzlichen Sozialplanpflicht auf die Unternehmungen zukommenden Unsicherheiten und Belastungen werden der Flexibilität des schweizerischen Arbeitsmarkts schaden. Leidtragende sind zunächst die Unternehmen, dann aber vor allem die Arbeitnehmenden, die beim Einstieg oder bei der Rückkehr ins Erwerbsleben bedeutend zurückhaltenderen Arbeitgebern gegenüberstehen werden als heute.

Ihre Ansprechperson

Daniella Lützelschwab

Ressortleiterin Arbeitsmarkt und Arbeitsrecht (inkl. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz)

daniella.luetzelschwab@arbeitgeber.ch

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