«Es braucht flexiblere, an die moderne Arbeitswelt angepasste Lösungen»
Die Sozialpartnerschaft ist eine Erfolgsgeschichte, sagt der eine. Dass gewisse Branchen keinen Gesamtarbeitsvertrag haben, ist ein Malaise, sagt der andere: In der Zeitschrift «Die Volkswirtschaft» des Seco diskutieren zwei Vertreter der Sozialpartnerschaft – Roland A. Müller vom Schweizerischen Arbeitgeberverband und Daniel Lampart vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund – über aktuelle Themen wie die Zuwanderungsinitiative, die Rentenreform und die Arbeitszeiterfassung.
| Roland A. Müller
Dank dem flexiblen Arbeitsmarkt und der Anpassungsfähigkeit der Wirtschaft kann die Schweiz Herausforderungen wie beispielsweise die Finanzkrise vor bald zehn Jahren gut meistern. Diese Stärken gelte es unbedingt zu erhalten, betont Arbeitgeber-Direktor Roland A. Müller im Streitgespräch mit Daniel Lampart, Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds, zumal die Flexibilität hierzulande mit einem gut ausgebauten Arbeitnehmerschutz und hohen Leistungen der Arbeitslosenversicherung einhergehe.
Mehr Flexibilität ist für Müller etwa bei der Pflicht zur Arbeitszeiterfassung gefragt. Er gibt zu bedenken, dass das geltende Arbeitsgesetz über 50-jährig und seither die Autonomie vieler Arbeitnehmender gestiegen ist. «Da braucht es flexiblere Lösungen, angepasst an die moderne Arbeitswelt.»
Das Streitgespräch zwischen Roland A. Müller und Daniel Lampart ist in der Zeitschrift «Die Volkswirtschaft» erschienen und in voller Länge als PDF verfügbar.
Die durch das Bundesamt für Statistik veröffentlichten Daten zeigen, dass sich die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern auch 2024 weiter verringert haben. Dieser langfristige Trend deutet darauf hin, dass sich die Profile von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt zunehmend angleichen. Für den Schweizerischen Arbeitgeberverband bleibt entscheidend, dass die Debatte auf einer sachlichen Interpretation der Daten basiert.
Der Bundesrat sieht keinen Bedarf für ein allgemeines Obligatorium in der Krankentaggeldversicherung. Wie ein kürzlich veröffentlichter Bericht zeigt, verfügt bereits ein grosser Teil der Unternehmen über eine Krankentaggeldversicherung. Fälle, in denen ein Betrieb keine Versicherungsdeckung erhält, sind selten. Der Schweizerische Arbeitgeberverband begrüsst die Haltung des Bundesrats. Wichtig ist allerdings, dass Unternehmen, die eine Krankentaggeldversicherung abschliessen möchten, ein entsprechendes Angebot erhalten.
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Das Sekretariat der Wettbewerbskommission hat heute die Vernehmlassung zu seinem Merkblatt über Wettbewerbsabreden auf Arbeitsmärkten eröffnet. Der Schweizerische Arbeitgeberverband wird den vorliegenden Entwurf prüfen und sich im Rahmen der Vernehmlassung einbringen.