Für Kinderbetreuungskosten sollen Eltern künftig bis zu 25'000 Franken von der direkten Bundessteuer abziehen können. Das hat nach dem Nationalrat auch der Ständerat beschlossen. Der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) begrüsst diesen Schritt. Unverständlich ist für den SAV die Zwängerei, die Vorlage um die Erhöhung des Elterntarifs von heute 251 auf künftig 300 Franken pro Kind zu ergänzen.
Mit grossem Getöse rufen die Gewerkschaften zum Streik gegen einen angeblichen Abbau der Frauenrenten auf. Unterschlagen wird, dass die Gründe für die tieferen Frauenrenten gar nicht in der AHV liegen. Im Gegenteil: Mit der Gegenwehr der Frauen gegen die jetzige Reformvorlage drohen sogar neue Ungleichheiten. Ein genauer Blick tut not.
Der Schweizerische Arbeitgeberverband unterstützt angesichts der sich zuspitzenden Lage im Gesundheitswesen die befristete Ausweitung des Covid-Zertifikats. Im Gegenzug befürwortet er, dass der Bundesrat rechtzeitig die Verlängerung der bestehenden Wirtschaftshilfen prüft.
Ein Blick auf die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen während wirtschaftlichen Krisen zeigt, dass die Betroffenheit der unterschiedlichen Altersklassen einem bekannten Bild folgt: So sind ältere Arbeitskräfte zu Beginn einer Krise weniger stark als jüngere von einem Stellenabbau betroffen, bekunden jedoch bei erstarkter Wirtschaft etwas mehr Mühe, im Arbeitsmarkt wieder Fuss zu fassen. Wünschenswert wäre eine Debatte darüber, wie Arbeitskräfte unterschiedlichen Alters in den Betrieben gewinnbringend für alle Seiten zusammenarbeiten können.
Der Bundesrat behält sich nach der Konsultation eine rasche Ausweitung des Covid-Zertifikats im Kundenbereich auf gewisse Innenräume vor. Dies unterstützt der Schweizerische Arbeitgeberverband als Ultima ratio. Er vermisst allerdings die Klarstellung zum Einsatz des Zertifikats am Arbeitsplatz. Die vom Bundesrat angestossene Verlängerung des Covid-Gesetzes ist angesichts des ungewissen Verlaufs der Pandemie richtig.