Anreize und staatliche Massnahmen zur Weiterbildungsförderung von älteren Arbeitskräften werden im Parlament gerne gefordert. Gute Chancen für Ältere auf dem Arbeitsmarkt sind zwar wichtig. Doch die Fakten sprechen gegen staatliche Eingriffe. So sieht es auch der Nationalrat.
Die Arbeitgeber legen ihre «Position» zur Reform Altersvorsorge 2020 vor. Darin beleuchten sie den Hintergrund und die Eckwerte der Reform und nehmen eine Gesamtbeurteilung vor. Fazit: Die unsolidarische Scheinreform schiebt die strukturellen Probleme der AHV nicht nur auf die lange Bank, sondern vergrössert sie. Damit steigt der Druck zu einer rascheren Erhöhung des Rentenalters und zu noch mehr Zusatzfinanzierung.
Angesichts des Fachkräftemangels in gewissen Berufen benötigt die Schweiz auch künftig entsprechend ausgebildete Personen aus dem Ausland. Ebenso gilt es aber, das Potenzial im Inland – gerade auch Mütter – noch besser zu mobilisieren und mehr eigene Fachkräfte auszubilden. Mütter sind nach wie vor viel häufiger als Väter in Teilzeitpensen erwerbstätig und für die Haus- und Familienarbeit zuständig. Nebst einem neuen Rollenverständnis gehören auch Tagesschulen für Kinder und die Beseitigung steuerlicher Fehlanreize zu den Massnahmen, welche die bessere Integration insbesondere von Müttern fördern können.
Immer mehr Arbeitgeber erkennen die Bedeutung proaktiven Handelns, wenn Mitarbeitende aus gesundheitlichen Gründen in ihrer Arbeitstätigkeit eingeschränkt sind oder zu werden drohen. Inzwischen engagieren sich 68 Organisationen und Arbeitgeber von über 350’000 Mitarbeitenden im Verein Compasso unter dem Patronat des Schweizerischen Arbeitgeberverbands freiwillig für die berufliche Eingliederung.
Die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) wird 2019 ihr 100-jähriges Bestehen feiern. Im Hinblick auf dieses Jubiläum wurde eine Initiative zur Zukunft der Arbeit lanciert, die 2019 in die Verabschiedung einer globalen Deklaration münden soll. Die Eidgenossenschaft, die aktiv an diesen Feierlichkeiten teilnimmt, ist bestrebt, mit Unterstützung der Sozialpartner eine schweizerische Deklaration zur Zukunft der Arbeit zu verfassen.
Ende 2016 hat das Parlament die gesetzlichen Grundlagen für eine subjektorientierte Förderung der höheren Berufsbildung beschlossen. Die dazu vom Bundesrat vorgeschlagene Verordnung muss allerdings nachgebessert werden. Denn für Arbeitgeber, die ihre Mitarbeitenden finanziell unterstützen, würde der administrative Aufwand spürbar erhöht.