Lediglich 44 Prozent sind für die «1:12»-Initiative, 44 Prozent lehnen sie ab. Dies zeigt eine Trendanalyse von Gfs. Die Umfrage-Ergebnisse stimmen das Nein-Komitee zuversichtlich: Bereits heute findet die Initiative keine Mehrheit; bei einer solchen Ausgangslage können sich Initiativen in der Regel kaum mehr durchsetzen.
Gemäss Seco lebten 2012 vier Fünftel der Personen, die weniger als 22 Franken pro Stunde verdienten, mit mindestens einem weiteren Erwerbstätigen zusammen. Nicht jeder, der einen sogenannten Tieflohn bezieht, ist finanziell also in einer schwierigen Situation. Vielmehr können «tiefe» Löhne vor dem Abrutschen in die Armut schützen. Eine hohe Beschäftigungsquote – über alle Lohnsegmente hinweg – ist somit vital. Wichtige Voraussetzung dafür: ein flexibler Arbeitsmarkt.
Ob grosser Weltkonzern oder Kleinst-KMU – von einer Annahme der «1:12»-Initiative wäre der gesamte Wirtschaftsstandort betroffen. An einer Medienkonferenz der Wirtschaft unter der Leitung des Schweizerischen Gewerbeverbands äusserten sich beispielhaft vier Unternehmerinnen und Unternehmer zu den Folgen für ihre Betriebe. Betont wurde insbesondere die Bedeutung der unternehmerischen Freiheit, die mit Forderungen wie «1:12» gefährdet wird.
Travail Suisse verlangt eine Erhöhung der gesetzlichen Kinder- und Ausbildungszulagen auf mittelfristig 350 bzw. 500 Franken. Damit aber würden zusätzliche Leistungen für Familien nach dem Giesskannenprinzip verteilt.
Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrats hat die Detailberatung des Weiterbildungsgesetzes beendet und in der Gesamtabstimmung angenommen. Der Entwurf wird voraussichtlich in der Wintersession im Nationalrat behandelt. Der Schweizerische Arbeitgeberverband legt Wert darauf, dass das ursprünglich als Rahmengesetz konzipierte Gesetz nicht überladen wird.