Die Arbeitgeber bieten für zwei zentrale Herausforderungen, denen die Schweiz gegenübersteht, pragmatische Lösungsvorschläge: Die Beziehungen zur EU sollen mit einer Schutzklausel, aber ohne zusätzliche flankierende Massnahmen gesichert werden, und die Leistungen in der Altersvorsorge sollen mit einer strukturellen Reform finanzierbar bleiben. An einer Medienkonferenz in Lausanne unterstrich der Schweizerische Arbeitgeberverband sein verstärktes Engagement in der Romandie, um diesen und weiteren Anliegen auch bei den Westschweizer Politikern und Bürgern mehr Gehör zu verschaffen.
Die Schweiz steht vor grossen demografischen Herausforderungen: Finanzieren heute noch gut 3,5 Erwerbstätige eine AHV-Rente, werden 2045 demografiebedingt gerade noch zwei Aktive für eine AHV-Rente aufkommen. Angesichts dieser demografischen Umwälzungen fordert die Wirtschaft geschlossen eine strukturelle Reform unseres Rentensystems. Dabei ist es den Arbeitgebern ein Anliegen, die Renten zu sichern – nach dem Grundsatz: Rentenniveau halten, aber nicht ausbauen.
Der Schweizerische Arbeitgeberverband engagiert sich bei der Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative für eine EU-verträgliche Lösung im Einklang mit dem Freizügigkeitsabkommen. Mit anderen Worten: Die neue Regelung muss zum einen wirtschaftsverträglich sein und darf zum anderen die Weiterführung des bilateralen Wegs nicht gefährden. Um diese Ziele zu erreichen, hat die Wirtschaft vor gut einem Jahr die Idee einer Schutzklausel präsentiert.
Als wäre die Wirtschaft wegen des Frankenschocks nicht schon genug gefordert, wurden im Verlauf des letzten Jahres weitere Eingriffe in den liberalen und flexiblen Schweizer Arbeitsmarkt lanciert. Eine derzeit besonders virulente Bedrohung stellt der Ausbau der flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit (FlaM) dar. Die bisherigen Massnahmen haben sich in der Vergangenheit bewährt, für zusätzliche FlaM gibt es keinen begründbaren Bedarf.
Je mehr Erwerbstätige in einem Haushalt leben und je höher deren Ausbildung ist, desto geringer ist das Armutsrisiko. Anders ausgedrückt: Arbeit schützt vor Armut. Der Fokus der Wirtschaft zur Verhinderung von Familienarmut liegt auf der Schaffung optimaler Rahmenbedingungen, welche die Vereinbarkeit von Beruf und Familie vereinfachen. Dies ermöglicht potenziell Betroffenen, sich selbständig aktiv gegen Armut abzusichern.
Im vergangenen Jahr sind netto 9,4 Prozent weniger ausländische Personen in die Schweiz eingewandert als im Vorjahr. Damit hat sich die schon länger rückläufige Tendenz verstärkt.