Der Arbeitnehmer-Dachbverband Travail.Suisse warnt auf Grund einer Studie vor einem Arbeitskräfte-Notstand. Demnach könnten im Jahr 2030 bis zu 400 000 Stellen nicht besetzt werden.
| Roland A. Müller
Grund für den Notstand sei nicht die Überalterung der Gesellschaft, sondern der fehlende Nachwuchs, hiess es an einer Medienkonferenz des Arbeitnehmer-Dachverbands Travail.Suisse. Um ohne Einwanderung einen Notstand zu verhindern, brauche die Schweiz einen demografie-tauglichen Arbeitsmarkt. Potenzial im Inland besteht laut Travail.Suisse bei Älteren und bei den Frauen. Laut einer Studie des Büros für arbeits- und sozialpolitische Studien (BASS) könnten etwa die Hälfte der 2030 freien Stellen vergeben werden, wenn sich weniger Menschen frühpensionieren lassen und Frauen vermehrt ausser Haus arbeiten.
Der Verband fordert mehr Investitionen in Bildung und Gesundheit und auch Verbesserungen in Sachen Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Konkret heisse das zum Beispiel mehr Ferien, mehr altersgerechte Arbeitsbedingungen für bessere Gesundheit, ein Vaterschaftsurlaub, mehr Teilzeitstellen, Betreuungseinrichtungen für Kinder und die Pflicht zur Weiterbildung. Das Büro BASS untersuchte für die Studie Nachfrage und Angebot an Arbeitskräften sowie die Auswirkungen möglicher Massnahmen. Aufgrund eines realen Wachstums von 1% und Annahmen zur Bevölkerungsentwicklung geht BASS von mehr als 400 000 unbesetzten Stellen im Jahr 2030 aus, sofern keine Gegenmassnahmen ergriffen werden.
Wenn über die Revision des Kriegsmaterialgesetzes (KMG) diskutiert wird, über die wir am 29. November abstimmen, stehen meist Fragen der Sicherheitspolitik im Zentrum. Die Vorlage passt die Regeln für die Ausfuhr und Wiederausfuhr von Kriegsmaterial an die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa an. Dabei wird häufig übersehen, dass die Vorlage auch eine Standort- und Innovationsfrage ist.
Der Ständerat hat bei den Lohnschutzmassnahmen im Rahmen des Vertragspakets Schweiz-EU wichtige Entscheide gefällt. Er folgt dabei in zentralen Punkten dem bundesrätlichen Vorschlag und stärkt die gemeinsam mit den Sozialpartnern erarbeiteten Lösungen beim Lohnschutz.
Pünktlich zum Lohnherbst kehren neben überhöhten Forderungen auch altbekannte Behauptungen zurück: Die Unternehmen behielten die Produktivitätsgewinne auf Kosten der Arbeitnehmenden für sich. Oder: Die Krankenkassenprämien stiegen stärker als die Löhne, weshalb es einen kräftigen Lohnaufschlag brauche. Warum stimmen beide nicht, und wie viel Lohn liegt 2027 drin?
Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats (WAK-S) hat das von den Sozialpartnern zusammen mit dem Bund erarbeitete Paket zum Lohnschutz im Rahmen des Vertragspakets Schweiz–EU aufgeschnürt und Änderungen an mehreren Massnahmen beschlossen. Mit dem Beharren auf einer Kautionspflicht für ausländische Unternehmen nimmt die WAK-S eine Verletzung von EU-Recht in Kauf. Sie schwächt zudem die Unterstützung des Vertragspakets im Inland.